Allerwelthaus schreibt rote Zahlen

Das Kulturzentrum Allerwelthaus im Ferdinand-David-Park mit dem Cafe Mundial. Die Einrichtung befindet sich in finanzieller Schieflage.
Das Kulturzentrum Allerwelthaus im Ferdinand-David-Park mit dem Cafe Mundial. Die Einrichtung befindet sich in finanzieller Schieflage.
Foto: WP Michael Kleinrensing
Querelen im Allerwelthaus: Beiden hauptamtlichen Mitarbeitern aus dem Kulturbüro wurde Ende November mit Wirkung zum 30. Juni gekündigt. Bildungs- und Kulturreferent Ulrich Korfluer arbeitet seit 24, Regionalkoordinatorin Claudia Pelmpelforth seit 22 Jahren in der Einrichtung im Ferdinand-David-Park.

Hagen.. Querelen im Allerwelthaus: Beiden hauptamtlichen Mitarbeitern aus dem Kulturbüro wurde Ende November mit Wirkung zum 30. Juni gekündigt. Bildungs- und Kulturreferent Ulrich Korfluer arbeitet seit 24, Regionalkoordinatorin Claudia Pelmpelforth seit 22 Jahren in der Einrichtung im Ferdinand-David-Park. Korfluer hat gegen den Allerwelthaus-Verein, der die Kündigung ausgesprochen hat, geklagt. Gestern war vor dem Arbeitsgericht Gütetermin.

Zum Hintergrund: Das vor mehr als 25 Jahren eröffnete Allerwelthaus, das die drei Bereiche Kulturbüro, Welt-Laden sowie das vegetarische Restaurant Café Mundial unter einem Dach vereint, schreibt rote Zahlen. Allein das Mundial machte im vergangenen Jahr 10.000 Euro minus, das Vereinskonto spiegelt ein noch weit höheres Minus wider.

Mitglieder haben Darlehn gewährt

„Zum Glück haben uns einige Mitglieder Darlehen gewährt. Aber wir müssen verhindern, dass der Verein demnächst in die Insolvenz schlittert“, sagt Hans-Peter Schmitz, seit September neuer Vorstandsvorsitzender des gemeinnützigen Allerwelthaus-Vereins. „Wir wollen einen Konsolidierungsprozess in Gang bringen. Das oberste Gebot muss lauten ,Nicht mehr Geld ausgegeben, als wir uns leisten können’.“

Wobei der 70-Jährige nicht nur auf eine straffere Organisation („Die drei Bereiche haben sich in den letzten Jahren verselbstständigt“) anspielt, sondern auch auf die Mehrkosten, die dem Verein zu schaffen machen. Schmitz: „Die Einnahmen und Ausgaben klaffen immer weiter auseinander.“ Die Gehälter der beiden hauptamtlich Beschäftigten seien tarifbedingt gestiegen (Ulrich Korfluer verdient derzeit 4.062 Euro brutto monatlich), die Beiträge zur Vereinsmitgliedschaft jedoch nicht angehoben worden. Die Ausgaben für die Immobilie, die vom Eigentümer (Stadt Hagen) angemietet wird, seien z.B. durch fällige Reparaturen gestiegen, die Einnahmen an privaten Spenden zurückgegangen.

Etwa 45.000 Euro städtischer Zuschuss

Außerdem sei der städtische Zuschuss für das gesamte Haus auf derzeit etwa 45.000 Euro jährlich gekürzt worden. Der Vorsitzende unterstreicht, er hoffe, dass Korfluer und Pempelforth auch künftig im Allerwelthaus arbeiten werden, „allerdings zu anderen Bedingungen, also für geringere Entlohnung und in klarer definierten Arbeitsbereichen“. Schmitz: „Projekte, die wir nicht bezahlen können, darf es nicht mehr geben.“ Natürlich müssten die wichtigen Stellen besetzt bleiben bzw. wieder besetzt werden, um Professionalität zu gewährleisten. Dies sei auch im Vertrag, der mit der Stadt vor Jahren abgeschossen wurde, vereinbart. Zurzeit arbeiten außerdem noch fünf Teilzeitbeschäftigte im Allerwelthaus.

Ulrich Korfluer (56) erklärt, er hätte den Weg der Klage nicht beschritten, wenn die Vereinsspitze ein offenes Gespräch mit ihm geführt hätte. „Auch über reduzierte Bezüge kann man verhandeln.“ Er sei allerdings enttäuscht, ohne „Vorwarnung“ einfach eine schriftliche Kündigung auf den Tisch bekommen zu haben.

Gestern betonten beide kontrahierenden Seiten, gesprächsbereit zu sein und nach einem möglichen Ausweg zu suchen.

 
 

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