„Alle Möglichkeiten ausschöpfen, um Einfluss zu nehmen“

Mit Mitglieder der Bundestags- und der Landtagsfraktion der SPD informierten sich jetzt über den Federnstandort Oege.
Mit Mitglieder der Bundestags- und der Landtagsfraktion der SPD informierten sich jetzt über den Federnstandort Oege.
Foto: WP
Mitglieder der SPD-Landtags- und Bundestagsfraktion besuchten nun den ThyssenKrupp-Federnstandort in Oege. Denn der Konzern hegt Zentralisierungspläne, die sich auch auf die Federn GmbH auswirken könnten - sprich: Stellenabbau. Das will die Politik verhindern.

Hohenlimburg..  Sie kamen nicht zum ersten Mal, und, so versicherten sie, auch nicht zum letzten Mal, um Neuigkeiten zur aktuellen Entwicklung in den Federnstandorten Oege und Olpe zu erfahren, um diese neuen Erkenntnisse in ihre politische Arbeit einfließen zu lassen. Auch in eventuelle Gespräche mit der Führungsebene des ThyssenKrupp-Konzerns. Gemeint sie mit Mitglieder der SPD-Bundestags- und der Landtagsfraktion sowie die Hohenlimburger Ratsherren und Ratsfrauen.

Verlegung von Teilbereichen nach Essen geplant

Was Dagmar Freitag, René Röspel, Michael Scheffler und Wolfgang Jörg von den Betriebsräten um Axel Berg und Elmar Weber erfuhren, überraschte sie eigentlich nicht, stimmte sie aber nachdenklich. „Denn“, so Axel Berg, „bis zum Jahr 2015 sollen im ThyssenKrupp-Konzern rund zwei Milliarden Euro eingespart werden.“ Und das wird Auswirkungen haben, Spuren hinterlassen. Möglicherweise auch bei der ThyssenKrupp Federn und Stabilisatoren GmbH. „Wir hatten uns so gut wie verabschiedet“, blickte Berg auf die vom Konzern geplanten Verkaufsabsichten zurück.

Diese zerschlugen sich (diese Zeitung berichtete ausführlich). Deshalb ist es durchaus möglich, dass die aktuellen Zentralisierungspläne des Konzerns auch die Federn GmbH betreffen und Teilbereiche (u.a. Lohnabrechnungen und IT) nach Essen verlagert werden. Das würde einen weiteren Arbeitsplatzabbau für Oege bedeuten. „Der Konzern muss sich seiner Verantwortung für diese Region und somit für die Familien stellen“, fordern deshalb die SPD-Politiker. „Wir werden alle politischen Möglichkeiten ausschöpfen, um über den Bund und über das Land NRW Einfluss auf den Konzern zu nehmen.“

Standorte immer weiter geschrumpft

Solche Worte aus dem Mund von Politikern hat es nicht zum ersten Mal gegeben. Und dennoch hat sich der Arbeitsplatzabbau fortgesetzt. In Oege ist die Zahl der Mitarbeiter auf 236 geschrumpft, in Olpe auf 215. Und das Werk in Werdohl gibt es schon längst nicht mehr. Somit alles nur Worthülsen? „Nein“, sagt Axel Berg energisch, „wenn uns die Politik nicht seit zwei Jahrzehnten unterstützt hätte, gäbe es uns schon längst nicht mehr.“

Und wie sieht die Perspektive für die Standorte aus? Axel Berg: „Wir sind mit den Auftragseingängen zufrieden.“ Doch das beruhigt ihn nicht. „Die Situation im Konzern beschäftigt uns sehr.“

Deshalb baut der Betriebsratsvorsitzende weiter auf die Unterstützung der Politik: „Wir müssen für diese Standorte Zeit für eine positive Zukunft bekommen, um unser Konzept umzusetzen.“

 
 

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