Aktivisten hungern für Delfinrettung

Protestierte in der Schweiz: Jürgen Ortmüller
Protestierte in der Schweiz: Jürgen Ortmüller
Foto: WP

Hohenlimburg..  (rd) Ein ausnahmsloses Importverbot für Delfine, die sofortige Zuchteinstellung und mittelfristige Schließung des Delfinariums im „Conny-Land“ (Lipperswil, Schweiz) forderten am Wochenende Aktivisten mehrerer Tierschutz-Organisationen in Konstanz am Bodensee.

Auch der Hohenlimburger Jürgen Ortmüller vom „Wal- und Delfinschutzforum“ sowie Andreas Morlok von „ProWal“ beteiligten sich an der Aktion, die auf Grund von sechs Delfin-Todesfällen in den letzten drei Jahren ins Leben gerufen worden ist.

Neben den Hohenlimburger Delfinschützern nahmen auch Tierschutzorganisationen aus der Schweiz unter der wachsamen Aufsicht der Konstanzer Polizei an der Tag- und Nacht-Demonstration teil. Etwa zehn der rund fünfzig Demonstranten traten für zwei Tage in einen Hungerstreik. Gleichzeitig verteilten Mitstreiter in Delfinkostümen Informationsflyer, Aufkleber, und Pressemitteilungen in der Konstanzer Innenstadt. Am Seeuferweg zur Schweiz war ein Informationsstand eingerichtet. Nach Angaben der Organisationen erfuhren die Beteiligten große Zustimmung durch Passanten. Die Ablehnung von Delfinarien mit den gefangenen Meeressäugern ist inzwischen offenbar groß.

Der Oscar-prämierte Film „Die Bucht“ über die blutige Delfintreibjagd in Japan mit ihren weltweiten Delfinarien-Exporten hat viele wach gerüttelt.

Beeindruckend war eine Wasseraktion der Aktivisten. Mit Schwimmern und Tauchern wurden über 20 Plastikdelfine an einer 60 Meter langen Kette direkt an der Schweizer Grenze des Bodensees ins Wasser gelassen. Mit großen Bannern machten die Demonstranten auf ihre Forderungen aufmerksam. 1000 Kerzen in Form eines Delfins illuminierten die Samstagabend-Kulisse am See.

Die Evangelische Volkspartei der Schweiz (EVP) schrieb den Organisationen: „Aufgrund Ihrer Einschätzung unterstützt die EVP die Forderung, das Delfinarium im Conny-Land mittelfristig zu schließen.“ „Delfine gehören ins Meer und sonst nirgends hin“, so Geri Müller, Nationalrat für die Grünen und Mitglied der Außenpolitischen und Sicherheitspolitischen Kommission. „Dieser Aussage haben wir nichts hinzuzufügen“, meinten Jürgen Ortmüller, Geschäftsführer des WDSF und Andraes Morlok, Geschäftsführer von ProWal.

„Die Hungerstreik-Aktion war ein voller Erfolg für die Delfine“, freuten sich die Hohenlimburger Tierschützer.

 
 

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