Adlerauge erfasst die Qualität des Hagener Straßennetzes

Mit einem ungewöhnlichen Kameraaufbau ist der Messwagen auf Hagens Straßen unterwegs.
Mit einem ungewöhnlichen Kameraaufbau ist der Messwagen auf Hagens Straßen unterwegs.
Foto: privat
  • Die Hagener Stra0en werden vermessen
  • Erfasst werden Größe und Qualität der Flächen
  • Die Aktion soll die Arbeit des Wirtschaftsbetriebes erleichtern

Hagen. Gestochen scharfe Bilder und genaue Abmessungen – so wird der Wirtschaftsbetrieb Hagen (WBH) künftig die Straßen und das Straßeninventar sehen. Die Daten dazu liefert der Berliner Technologieanbieter „Eagle Eye Technologies GmbH“, der die Verkehrsinfrastruktur in den nächsten Tagen mit einem Spezialfahrzeug vermisst und optisch erfasst. Die Informationen dienen der Kommune ausschließlich zu internen Zwecken: Sie werden u.a. genutzt, um den Wert der Straßen zu ermitteln. Überdies schafft die Dokumentation der Verkehrsflächen und Straßenschäden die Grundlage für ein modernes Straßenkataster, mit dessen Hilfe der Wirtschaftsbetrieb Pflege und Unterhalt der Straßen künftig ganz gezielt planen kann.

Infrastrukturdaten ermitteln

Das Straßennetz der Stadt Hagen stellt einen erheblichen Vermögenswert dar, den Kommunen in Nordrhein-Westfalen seit 2009 im Rahmen des Neuen Kommunalen Finanzmanagements (NKF) exakt ausweisen und fortführen müssen. Die Fortführung dieser Haushaltswerte und die Einführung eines Erhaltungsmanagements gaben daher den Ausschlag für eine Aktualisierung der Infrastrukturdaten.

„Künftig können wir die Erhaltung und Pflege der kommunalen Straßen und Wege im Überblick planen. Auf Grundlage der detaillierten Darstellung kann der WBH ein zuverlässiges Straßenerhaltungskonzept erstellen, das uns hilft, Ausgaben für die Straßensanierung gezielt einzusetzen und zu budgetieren“, erläutert Michael Greive, Leiter des WBH-Fachbereiches Betrieb und Werkstätten. Dazu nimmt das Eagle-Eye-Fahrzeug nicht nur die Daten der rund 680 Kilometer kommunaler Straßen, Geh- und Radwege auf, sondern erfasst weitere umfangreiche Infrastrukturdaten, wie etwa Straßeneinläufe, Parkflächen, Sonderfahrstreifen oder auch das Straßenbegleitgrün.

Blick aufs Straßengrün

Die Erfassung geschieht, wie der Firmenname „Eagle Eye“ andeutet, buchstäblich mit Adleraugen: Zehn Kameras erfassen neben den Bestandsdaten auch den Zustand und nehmen so die Verkehrsanlagen komplett auf. Zusätzlich sind die Fahrzeuge mit speziellen Sensoren ausgestattet, mit deren Hilfe die Straßenflächen während der Befahrung vermessen werden. Die Datenaufnahme dauert bei stabiler Wetterlage etwa vier Wochen und liefert sehr genaue Informationen. Im Ergebnis erhält der WBH exakte Geometriedaten (echte Flächen), Sachdaten und Zustände aller Straßenoberflächen.

„Wir sind bestrebt, die Erfassung so durchzuführen, dass der Verkehr in Hagen möglichst wenig belastet wird“, führt Greive weiter aus. „Gleichzeitig legen wir natürlich großen Wert auf eine sehr hohe Datenqualität, denn nur so können wir die Ergebnisse später wirklich vielseitig nutzbringend im Alltag verwenden.“