Ab 2012 nur noch mit Plakette in die City

Hagen.. Alarmierende und zugleich deprimierende Zahlen präsentierte Dr. Ralf-Rainer Braun der Bezirksvertretung Mitte. Was bereits im Umweltausschuss Thema war, beschäftigt seit gestern auch die zuständigen Kommunalpolitiker: die abgasgeschwängerte und damit gesundheitsschädliche Luft in Teilen der City.

Dabei, so Dr. Braun, spiele weniger die Feinstaubbelastung als vielmehr die Luftverschmutzung durch Stickstoffe eine Rolle. So wurde der ab 2010 einzuhaltende Grenzwert für Stickstoffdioxid von 40 ug/m³ an allen Messstationen deutlich überschritten. Zu nennen sind hier besonders der Märkische Ring, die Wehringhauser Straße, Graf-von-Galen-Ring, der Bergische Ring und sogar weit außerhalb der Innenstadt, an der Enneper Straße, wurden unzulässige Werte festgestellt.

Die bislang ergriffenen Maßnahmen, und hier ist in erster Linie das zeitweise erteilte Lkw-Fahrverbot auf dem Galen-Ring und in der so genannten Finanzamtsschucht zu nennen, hätten bislang nicht gegriffen. „Wir haben ein technisch perfektes Lkw-Routing-System aufgebaut, nur es hält sich kaum ein Fahrer daran“, musste Dr. Braun gestern eingestehen. So hätten Schwerpunktaktionen der Polizei kaum Wirkung gezeigt. In der Hauptverkehrszeit hielten sich nur 10 bis 13 Prozent der Lkw-Fahrer an die je nach Witterung und Verkehrsaufkommen ausgewiesenen Durchfahrverbote.

„Wir bekommen bei unseren Werten nicht nur Ärger mit den Aufsichtsbehörden in Arnsberg, sondern auch mit der Europäischen Union. Wie müssen jetzt deutlich machen, dass wir etwas gegen die Umweltverschmutzung in unserer Stadt tun“, appellierte Dr. Braun an das Verständnis der Bezirksvertreter.

So soll noch in diesem Jahr die Ausweisung einer innerstädtischen Umweltzone in Angriff genommen werden. Spätestens ab 2012 dürfen dann nur noch Fahrzeuge einfahren, die eine gelbe oder grüne Umweltplakette vorweisen können. Ein Jahr später soll nur noch die grüne Plakette akzeptiert werden. Kontrolliert, so Dr. Braun, würden aber nur abgestellte Fahrzeuge - und zwar von Politessen, die dann Knöllchen ausstellen können.

Darüber hinaus folgte der Ausschuss einem Antrag der SPD, das gesamte Quartier um die Kamp- und die Hochstraße als 30er-Zone auszuweisen. Der Stadtentwicklungsausschuss soll das Thema nach der Sommerpause aufgreifen und umsetzen.

 
 

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