70 Mitarbeiter sollen nach Duisburg wechseln

Foto: ddp

Hagen. Die Zukunft des Güterbahnhofs Vorhalle scheint vorerst gesichert, allerdings droht weiterhin eine Reduzierung der Fernzugverbindungen.

„Wo unsere Manager rationalisieren können, da wollen sie rationalisieren“, so der Hagener Betriebsratschef Friedhelm Bleicher (54). „Alles dreht sich um Zahlen, nicht um Menschen.“

Derzeit werden in Vorhalle wieder rund 1650 Güterwagen pro Tag abgefertigt. In der Wirtschaftskrise war die Zahl auf 1000 Wagen gesunken, vor der Krise lag sie bei 2200. Fernzüge nach Berlin-Seddin werden bereits seit einem Jahr nicht mehr in Vorhalle zusammen gestellt, die Verbindungen nach Kijfhoek/Niederlande, Leipzig-Engelsdorf und Maschen stehen auf dem Prüfstand. Die Kurzarbeit im Rangierdienst wurde erst kürzlich bis zum 31. Dezember verlängert, so dass es bislang noch nicht zum Abbau von Arbeitsplätzen gekommen ist.

Die für Transport und Logistik zuständige Bahn-Tochter DB Schenker Rail AG will den Güterverkehr im Rahmen ihrer Pro-Rail-Offensive neu ordnen. Dabei kommt NRW eine Schlüsselposition zu, denn im Ruhrgebiet, bei der Bahn „Stahlhausen“ genannt, erwirtschaftet Schenker den größten Umsatz. An jedem Zug, der in einen Bahnhof einrollt, hängen Arbeitsplätze. Lokomotiven und Wagen müssen rangiert, entkoppelt und verbunden werden. In welchem Ausmaß Vorhalle von Verlagerungen betroffen sein wird, steht noch nicht fest. Derzeit sind dort 50 Wagenmeister, 30 Lokrangierführer und 65 Rangierbegleiter tätig.

Im Instandhaltungswerk für Güterwagen in Eckesey schieben die Arbeiter dagegen Sonderschichten. Bleicher monierte, dass die Bahn beschädigte Wagen während der Wirtschaftskrise nicht repariert, sondern auf Abstellgleise geschoben habe. Jetzt, im Zuge der aufkeimenden Konjunktur, ständen nicht genügend Wagen zur Verfügung, um große Firmen wie Thyssen-Krupp in ausreichender Zahl zu bedienen. „Die bestellen 200 Wagen und kriegen 90“, so Bleicher. „Wir haben eine vorausschauende Instandhaltung angemahnt, aber darauf hat in der Firmenspitze niemand gehört.“

Ins Auge der Rationalisierer ist auch die Bahn-Verwaltung am Graf-von-Galen-Ring 39 gefallen. Das Haus gehört der Deutschen Bank. 70 Angestellte, die hier vornehmlich in den Bereichen Cargo, Instandhaltung und Transportmanagement tätig sind, sollen nach Duisburg wechseln. „Es brodelt an allen Ecken und Kanten“, so Bleicher.

 
 

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