38 Bewerber wollen abreißen

Zugewachsen ist das ehemalige Krupp Werk IV in der Obernahmer. Jetzt soll es endlich abgerissen werden.
Zugewachsen ist das ehemalige Krupp Werk IV in der Obernahmer. Jetzt soll es endlich abgerissen werden.
Foto: WP

Hohenlimburg.. Wann wird das Krupp-Werk IV in der Obernahmer abgerissen? Diese Anfrage der „Bürger für Hohenlimburg“ sorgte in der Sitzung der Bezirksvertretung für ordentlich Zündstoff.

Insbesondere SPD-Ratsfrau Ramona Timm-Bergs platzte zwischenzeitlich der Kragen, als sie von Frank Röhling (Hagenagentur) erfuhr, dass die Finanzmittel für einen Abriss des Werkes zwar vorhanden seien, aber noch ein Sanierungsplan für das Gelände erarbeitet werden müsse. Dieser werde auch noch mit dem Umweltamt der Stadt abgestimmt.

Diese Darstellung trieb den Bezirksvertretern die Zornesröte ins Gesicht, zumal Dr. Braun (Umweltamt) bekundete: „An uns soll es nicht liegen.“

Nach hitzigen Äußerungen relativierte sich dann in sachlicherer Atmosphäre die Darstellung.

Richtig ist, dass das Werk IV, das im Jahr 1993 - exakt am 29. September - von der damaligen Krupp AG freigezogen worden war, abgerissen werden kann, weil das Geld vorhanden ist.

Richtig ist aber auch, dass der Abriss nur bis auf die Bodenplatte erfolgt und über eine Sanierung des Bodens noch keine Entscheidung gefallen ist. Das bestätigte gestern Nachmittag auch der SPD-Landtagsabgeordnete Wolfgang Jörg, der sich nach der Diskussion in der BV noch einmal eingeschaltet hatte. „Es läuft alles in geordneten Bahnen. 38 Unternehmen haben sich für den Abriss beworben. In dieser Woche wird entschieden, wer den Zuschlag erhält. Dann wird der Auftrag vergeben“, so Jörg, der ergänzte: „Im Spätherbst können wir starten.“

Wolfgang Köhler, Mitglied der Initiative Pro Nahmer, begrüßte im Gespräch mit unserer Zeitung den Abriss. „Es gibt Vorschläge vom BUND, den Boden zu belassen und die Fläche zuwachsen zu lassen, wie es vor dem Gebäude bereits geschehen ist.“

Köhler hat aber auch eine Vision. Er möchte brachliegende Flächen in der Nahmer, über den Koenigsee hinaus bis zum Hundeplatz, zur Bebauung herrichten. „Hohenlimburg hat nur noch wenige Baugebiete. Deshalb sind viele Bürger nach Wiblingwerde gezogen.“

In mehreren Gesprächen hat der Pro-Nahmer-Sprecher erfahren, dass Hohenlimburger, die es mangels Alternativen auf die Höhen verschlagen hat, lieber im Tal geblieben wären.

 
 

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