Wohnanlage statt Poststation

Gladbeck.  Für das lang brach liegende Grundstück der alten Poststation an der Bottroper Straße bahnt sich nach einiger Zeit des Tauziehens zwischen Stadt und Investor über den richtigen Bauentwurf nun eine städtebaulich attraktive Lösung an.

„Wir haben uns an eine Bebauungsvariante herangetastet, die ansehnlich und akzeptabel ist“, berichtet Planungsamtsleiter Hendrik Trappmann. Der überarbeitete Entwurf des Bottroper Planungsateliers Robenek fand bereits die Zustimmung des Planungsausschusses und steht kurz vor der Genehmigung, so der Amtsleiter. In wenigen Wochen könne der Investor, die Störmann Bauträger GmbH aus Bottrop, mit der Baugenehmigung rechnen.

Der erste Entwurf war von der Stadt noch als zu voluminös und in der Bauweise nicht dem Umfeld entsprechend angelehnt worden. Inzwischen zeige der Entwurf zwei etwas reduzierte Baukörper mit geneigtem statt flachem Dach und einer Traufhöhe, die sich den Häusern der Nachbarschaft anpasse.

Geplant sind demnach vom Investor Störmann auf dem Areal an der Ecke Bottroper-/Wittringer Straße zwei dreigeschossige Wohnhäuser. Entlang der Bottroper Straße entsteht das größere Haus mit 31 Wohneinheiten und einem Geschäftslokal, in dem aller Voraussicht nach eine Hausverwaltung oder ein Grafikbüro ein Domizil finden wird. Um die Ecke an der Wittringer Straße entsteht ein weiteren Gebäude mit sieben Wohnungen. Getrennt werden die beiden Häuser durch eine Tiefgaragenzufahrt, die 35 Stellplätze für die gesamte Wohnanlage bietet.

Die Wohnungen werden zwischen 45 und 105 qm groß – barrierefrei und seniorengerecht. Zum Teil werden sie als Eigentumswohnungen, zum Teil als Mietwohnungen vergeben, so Architekt Markus Robenek. Der Innenhof wird mit einem Landschaftsarchitekten geplant, um ihn für die Bewohner nutzbar zu machen. Auch einige Stellplätze im Randbereich und eine Spielinsel sind vorgesehen.

Die Fassade soll teils in Klinker, teils in Putz und mit farbigen Elementen gestaltet werden, eine endgültige Entscheidung steht aber noch aus. Robenek und Störmann wollen, sobald die Baugenehmigung vorliegt, mit den Bauarbeiten beginnen. „Auf jeden Fall noch in diesem Jahr“, so der Architekt. Gerechnet wird mit einer Bauzeit von 12 bis 15 Monaten. Ist das Bauvorhaben erst einmal realisiert, werde die neue Wohnanlage eine deutliche städtebauliche Aufwertung dieses Teils der Bottroper Straße darstellen, ist der Architekt sicher.

Um das Projekt auf der Gelände der ehemaligen Gaststätte Poststation wurde lange gerungen: Um den ersten Entwurf zu verhindern, fuhr die Stadt sogar schweres Geschütz auf und begann für den Bereich eigens mit einem Bebauungsplanverfahren, um ihre Ideen zu verankern. Dieses B-Planverfahren könnte nach der Einigung mit dem Investor ausgesetzt werden, nun ruht es erst einmal.

 
 

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