„Wir brauchen den Dialog“

Trotz ihrer Enttäuschung wollen sich die Verfasser des offenen Briefes weiter um Gemeinsamkeit bemühen: „Es reicht nicht, dem entgangenen Dialog oder dem Wegfall dieses Festes nachzutrauern und weiter nichts zu tun. Wir leben weiterhin zusammen in einer Stadt; wir brauchen unbedingt den Dialog, wenn wir nicht in beziehungslose, ja gegensätzliche Lager zerfallen, nicht nur über einander, sondern miteinander reden wollen. Darum werden die Unterzeichner dieses Schreibens alle, die am Friedenstag beteiligt waren, sowie alle, die am Zusammenhalt der Stadtgesellschaft interessiert sind, im Herbst zu einem Runden Tisch einladen und gemeinsam Möglichkeiten des Gesprächs und der Zusammenarbeit erörtern.“

Bürgermeister Ulrich Roland, regelmäßiger Besucher des Interkulturellen Friedenstages und immer um das gute Miteinander in der Stadt bemüht, äußerte sich nicht zum möglichen Ende der Veranstaltung. Stadtsprecher Peter Breßer-Barnebeck erklärte auf WAZ-Anfrage, man habe schon in den vergangenen Jahren ein sinkendes Interesse am Friedenstag beobachtet. Nicht nur Moscheevereine, auch Schulen und Kindergärten hätten sich zurückgezogen, und die Besucherzahlen seien ebenfalls rückläufig. „Dass Muslime kein Interesse am Dialog und an Gemeinsamkeit haben, können wir nicht bestätigen. Unsere Erfahrungen sind völlig andere.“

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