Wie in der Sardinenbüchse

Die RB 44 wird jetzt von der Nordwestbahn bedient. Foto: Franz Meinert / WAZ FotoPool
Die RB 44 wird jetzt von der Nordwestbahn bedient. Foto: Franz Meinert / WAZ FotoPool
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Gladbeck. Seit wenigen Tagen fährt ein neuer Zug durch Gladbeck. Aber eigentlich ist er genau der alte. „Der Dorstener“ (RB 44) wird nun nicht mehr von der Prignitzer Eisenbahn bedient, sondern von der NordWestBahn (NWB).

Von Dorsten über Gladbeck und Bottrop nach Oberhausen ist der RB 44 gerade morgens und zum Feierabendverkehr ordentlich gefüllt. Für die meisten Passagiere ist er einfach zu voll. Besonders morgens, wenn der neue Zug in Gladbeck hält, meistens um drei Minuten vor halb, ist er schon rappelvoll. „An einen Sitzplatz ist nicht zu denken“, ärgert sich Werner Reuter, der schon jahrelang mit dem Zug zur Arbeit fährt. „Als noch die Prignitzer Eisenbahn gefahren ist, war der Zug länger und bot mehr Plätze.“

Diesen Ärger teilen viele Gladbecker. Hasani Yilmaz ist ebenfalls sauer über den neuen NWB-Zug. „Morgens ist es eine Katastrophe. Man steht schon richtig eng beieinander“, so der Mechaniker. Besonders erbost waren die Reisenden, dass in der Enge dann auch noch Ticket-Kontrollen durchgeführt wurden. „Ich kann ja verstehen, dass auch die Fahrkarten kontrolliert werden, aber die Kontrolleurin konnte erstens gar nicht durchlaufen und zweitens war es auch nicht so einfach, an sein Portemonnaie zu kommen“, erklärt Volker Spitzack.

Und was sagt die NordWestBahn zu der Kritik? Pressesprecherin Katrin Hofmann erklärte auf Anfrage der WAZ die Situation: „Wir haben die Strecke und auch die damit verbundenen Kapazitäten von der Prignitzer Eisenbahn übernommen. Wir stellen jene Plätze zur Verfügung, die der VRR bestellt.“ Durch die aktuelle Wetterlage seien zudem viele Autofahrer auf den Zug umgestiegen. Dadurch werd es zu den Stoßzeiten jetzt besonders eng, so Hofmann.

Für die Zukunft gelobt die NordWestBahn gleichwohl Besserung. Auf die Frage, ob es denn möglich ist, die Kapazitäten zu erhöhen, antwortete Katrin Hofmann: „Wir werden das natürlich prüfen und schauen, ob das möglich ist.“ Zu berücksichtigen sei jedoch, dass die NWB ein wirtschaftlich arbeitendes Unternehmen sei. „Würden wir eine Zug-Garnitur dranhängen, die vom VRR nicht bestellt wurde, wäre das eminent teuer für uns.“

Sabina Tkatzik, Pressesprecherin des Verkehrsverbundes Rhein Ruhr (VRR), ergänzte im WAZ-Gespräch, dass die Kapazitäten jederzeit erhöht werden könnten, wenn der Bedarf wirklich da sei. „Wir beobachten das über einen längeren Zeitraum und setzten uns dann gegebenenfalls. zusammen“, so Sabina Tkatzik. Aber natürlich sei das auch eine Frage des Geldes.

 
 

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