WDR sendet live aus Gladbeck: Schlagabtausch zur A52-Zukunft

Thomas Koch (links) moderierte die Veranstaltung mit Michael Groschek (SPD), Dr. Werner Reh (BUND), Prof. Michael Schreckenberg (Uni Duisburg-Essen) und Bürgermeister Ulrich Roland (SPD).
Thomas Koch (links) moderierte die Veranstaltung mit Michael Groschek (SPD), Dr. Werner Reh (BUND), Prof. Michael Schreckenberg (Uni Duisburg-Essen) und Bürgermeister Ulrich Roland (SPD).
Foto: Funke Foto Services
Um 20.05 Uhr startete die Live-Sendung – der WDR sendete am Donnerstagabend aus Gladbeck und beleuchtete den „Verkehrsinfarkt NRW“, inklusive A 52.

Gladbeck..  Scharfer Schlagabtausch zur A52 bei der WDR-5-Livesendung aus dem Forum des Heisenberg-Gymnasiums: NRW-Verkehrsminister Michael Groschek (SPD) attackierte am Donnerstagabend nochmals heftig den Tunnelbau im Wahlkreis von Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU).

Dass der Bund dort für 200 Millionen Euro eine vier Kilometer lange Ortsumgehung in einem 3000-Seelen-Dorf finanziert, drei Kilometer davon im Tunnel, sorgte schon im September 2015 für viel Kritik. Groschek erneuerte live auf WDR 5 seine Forderung: „Gleiches Recht für alle!“ Auch in Gladbeck müsse ein zeitgemäßes Tunnelprojekt möglich sein.

Neben Michael Groschek waren auf dem Podium auch Bürgermeister Ulrich Roland („Wir würden als Stadtrat die A52-Entscheidung nicht noch einmal abgeben“), der Verkehrsforscher Prof. Michael Schreckenberg (Universität Duisburg-Essen) sowie BUND-Verkehrsexperte Dr. Werner Reh präsent. Moderiert wurde die Runde von Thomas Koch und Olaf Biernat, wobei auch das Saal-Mikrophon zum Einsatz kam und das breite lokale Meinungsbild zur B 224 einfing.

„Ich bin für das Projekt“, rief Walter Hüßhoff in den Saal und live über die Radiowelle ins ganze Land NRW hinaus. Hans Nimphius berichtete: „Ich habe an meinem Auto ein Nummernschild GLA – A 52 und fahre das als mein persönliches Statement täglich durch Gladbeck.“

Aber auch Ausbaugegner meldeten sich klar und deutlich: „Wir müssen endlich weg vom Autobahnausbau! Wir brauchen andere Lösungen“, erklärte etwa Ramona Schaaf vom Bürgerforum.

„Die Gladbecker müssen an sich selbst und an ihre eigene Gesundheit denken“

Bürgerforum-Chef Matthias Raith sagte mit Blick auf ein zu erwartendes, weiter steigendes Verkehrsaufkommen im Falle eines A-52-Ausbaus: „Wir müssen als Gladbecker nicht an Herrn Groschek denken oder an Herrn Dobrindt, wir müssen an uns selbst und unsere eigene Gesundheit denken.“ Deshalb sei eine weitere Autobahn mitten durch Gladbeck klar abzulehnen, die jüngsten Messwerte der neuen LANUV-Station belegten ja, wie immens die Umweltgefährdung schon jetzt sei, wenn es um Feinstaub und weitere Schadstoffe gehe, so Matthias Raith auch mit Blick auf die jüngsten WAZ-Berichte dazu.

Bis um 21 Uhr lief die Live-Sendung auf WDR 5, auch andere Verkehrs-Probleme des Landes wurden angesprochen, auch das Thema Autobahnmaut, die marode Rheinbrücke bei Leverkusen oder die mangelhafte Attraktivität des Nahverkehrs im Ruhrgebiet wurden zum Beispiel thematisiert, denn die Überschrift zu diesem Abend lautete ja „Verkehrsinfarkt NRW“.

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