WAZ-Leser aus Gladbeck zeigen sich spendabel

Erlösübergabe an den Jugendrat (v.l.): Erna-Johanna Fiebig, Georg Meinert, Max Baumeister, Carola Fontana, Vera Deffte und Cigdena Isik.
Erlösübergabe an den Jugendrat (v.l.): Erna-Johanna Fiebig, Georg Meinert, Max Baumeister, Carola Fontana, Vera Deffte und Cigdena Isik.
Foto: FUNKE Foto Services
145 Euro gehen als Erlös aus der Buch-Aktion mit Erna-Johanna Fiebig an den Jugendrat. Autorin bittet die jungen Leute, sich für Frieden einzusetzen.

Gladbeck..  Die WAZ-Leser zeigten sich spendabel: Insgesamt 145 Euro gaben sie als Obolus für ein Buch von Erna-Johanna Fiebig, von dem die Gladbeckerin 23 Exemplare anlässlich der WAZ-Serie zum Kriegsende kostenlos zur Verfügung stellte. Das Geld überreichte die Autorin jetzt in der WAZ-Redaktion an eine Abordnung des städtischen Jugendrates.

Mit dem Geld soll ein kleiner Beitrag zur Arbeit des Jugendparlamentes geleistet werden, das im September sein 10-jähriges Bestehen feiern wird. Cigdena Isik und Max Baumeister nahmen als Vertreter des Jugendrates gemeinsam mit Carola Fontana und Vera Deffte, die in der Stadtverwaltung den Jugendrat begleiten, das Geld entgegen. Sie wollen es gezielt für die Arbeit des Jugendrates einsetzen, der junge Menschen im Alter von zehn bis 21 Jahren für Politik, insbesondere für Kommunalpolitik interessieren möchte und so ein Baustein gegen Politikverdrossenheit darstellt.

Erna-Johanna Fiebig, ehemals langjährige WAZ-Redakteurin und Leiterin der Lokalredaktion, dankte in einer kurzen Ansprache den WAZ-Lesern für die Spenden und sagte in Richtung Jugendrat, der Obolus solle Anerkennung und Unterstützung für das Engagement der Jugendlichen sein. Die inzwischen 87-jährige Gladbeckerin nutzte die Gelegenheit, die jungen Leute zu motivieren, sich weiter für die Mitgestaltung der Stadtgesellschaft zu engagieren, Demokratie zu praktizieren und so zu lernen, Verantwortung zu übernehmen.

Anlässlich des Kriegsendes vor 70 Jahren sagte die Autorin, ihr Buch, das vor mehr als zehn Jahren erschien, erzähle von dem damaligen Geschehen in Gladbeck und dem Leiden, das die Generation der Urgroß- und Großeltern der heutigen Jugendlichen erlebt habe. „Generationen, die in ihrem Leben zwei blutige Weltkriege und drei Geldentwertungen erleiden mussten.“ Sie sei elf Jahre gewesen, als der Krieg begann, und 16, als er endete, sie habe Gladbeck in Zerstörung erleben müssen. Auch 70 Jahre später möchte sie „immer wieder in die Welt hinausschreien: Bitte, liebe Mitmenschen, handelt friedliebend, verhindert jeden Krieg. Fast alle Menschen erleiden ihn grausam.“ Das Jugendparlament sei ein Forum, so Fiebig, in dem der Wille zur politischen Mitverantwortung, zu Toleranz und zu sozialem Verhalten trainiert werde. „Nutzt dies, um eine friedliche Zukunft zu gestalten“, gab die engagierte Seniorin den Jugendlichen mit auf den Weg.

Die revanchierten sich für die guten Worte und die finanzielle Unterstützung und luden Erna Fiebig zur nächsten Sitzung des Jugendparlaments am 28. Mai ins Rathaus ein.

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