Wasser für den Notfall: 29 Brunnen getestet

Michael Bresgott
Großübung an den Trinkwassernotbrunnen am 29. Oktober 2011 - hier an der Schützenstraße. Foto: Heinrich Jung, Archiv
Großübung an den Trinkwassernotbrunnen am 29. Oktober 2011 - hier an der Schützenstraße. Foto: Heinrich Jung, Archiv
Foto: WAZFotoPool
Ende Oktober 2011 ging in Gladbeck eine Großübung von Feuerwehr, DRK und Technischem Hilfswerk über die Bühne. Im Blickpunkt dabei: die Trinkwassernotbrunnen und ihr Betrieb. Jetzt liegt das Ergebnis der Wasseruntersuchung dazu vor.

Gladbeck. Die Trinkwassernotbrunnen sind ein Kind des Kalten Krieges, und sie wurden vor allem für die Trinkwasser-Notversorgung der Bevölkerung im Kriegsfall angelegt. Nach dem Fall des Eisernen Vorhangs beseitigten denn auch viele Städte diese Versorgungseinrichtungen. Im Kreis Recklinghausen verfügen nur noch Gladbeck und Castrop-Rauxel über solche Brunnen, in Gladbeck sind es 29 Anlagen.

Doch nur einer dieser Brunnen weist derzeit auch Trinkwasserqualität auf. Das berichtete Diplom-Geologin Barbara Sasse in der jüngsten Umweltausschuss-Sitzung.

Stark erhöhter Salzgehalt, erhöhter Eisengehalt, auch Anreicherungen an Keimen und Bakterien sind in vielen dieser Brunnen festzustellen. Barbara Sasse und auch Feuerwehr-Chef Josef Dehling machten deshalb in der Ausschuss-Sitzung den Vorschlag, eventuell die Zahl der Trinkwassernotbrunnen zu reduzieren, diese verbleibenden Brunnen dann aber effektiv zu warten und mit einem guten Standard zu versehen.

Im Fall des Falles eine große Hilfe

Trinkwassernotbrunnen können auch künftig von großem Nutzen sein, etwa wenn es einmal zu einem längeren Stromausfall kommen sollte. Dann sind die Wasserwerke nicht mehr dazu in der Lage, die Bevölkerung zu versorgen, denn auch sie sind auf Strom angewiesen, um ihre Wasserpumpen und Druckerhöhungs-Anlagen zu betreiben.

Im Falle des Falles könnten Trinkwassernotbrunnen also ein wichtige Hilfe sein, vorausgesetzt es stehen genügend Strom-Aggregate zur Verfügung, um die Anlagen vor Ort effektiv zu betreiben. Auch das ist fraglich, denn in einem solchen Krisenfall wären mobile Stromaggregate an vielen Punkten, etwa in Krankenkäusern und Altenheimen, gefragt. Gladbeck will also alles in allem seine Trinkwassernotbrunnen unter modernisierten Bedingungen erhalten wissen - das wurde in der jüngsten Umweltausschuss-Sitzung klar deutlich. Und man darf dabei auch auf ein großes Vorbild blicken: Berlin verfügt ebenfalls über viele solcher Brunnen, die dort auch per Handbetrieb bedient werden.