Warnung vor schwarzen Henna-Tattoos

Julia Haseloff
Der 11jährige Dustin Scharfenberg leidet an den unterschiedlichsten Allergien. Jeden Tag muß er eine ganze Batterie von Medikamenten einnehmen. Als Haustiere hat er zur Zeit zwei Bartagamen. Diese Tiere sind für Allergiker geeignet. Foto: Dirk Bauer / WAZ
Der 11jährige Dustin Scharfenberg leidet an den unterschiedlichsten Allergien. Jeden Tag muß er eine ganze Batterie von Medikamenten einnehmen. Als Haustiere hat er zur Zeit zwei Bartagamen. Diese Tiere sind für Allergiker geeignet. Foto: Dirk Bauer / WAZ
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Gladbeck. Sofa-Dermatitis und Kontaktekzem bei schwarzen Henna-Tattoos, das sind Namen für Allergien des 21. Jahrhunderts, erklärte die Dermatologin und Allergologin Shirin Samimi-Fard beim Gesundheitstalk.

Etwa 25 Millionen Menschen leben in Deutschland mit einer Allergie, das heißt mit einer durch Allergene ausgelösten, übersteigerten Abwehrreaktion des Körpers. Samini-Fard erklärt, dass für die Reaktion auf bestimmte Substanzen (Allergene), zum Großteil die genetische Veranlagung verantwortlich ist. „Aber auch exotische Nahrungsmittel, Konservierungsstoffe und schädliche Substanzen in Kleidung und Möbeln können Auslöser sein.“ Auf diesem Weg entstand die so genannte Sofa-Dermatitis, bei der Menschen auf einen bestimmten asiatischen Farbstoff mit Ausschlag an den Oberschenken reagieren. Eindrücklich warnt die Expertin auch vor schwarzen Henna-Tattoos, die wegen bestimmter Inhaltsstoffe ein Kontaktekzem, also eine mitunter blutige Schwellung, auslösen können.

Allergische Erkrankungen der Haut gibt es in vielen weiteren Formen, zu denen auch die anlagebedingte Neurodermitis gehört. Bei betroffenen Menschen verliert die trockene, juckende Haut ihren schützenden Säuremantel. Da sie dadurch angreifbar für viele Allergene wird, muss sie täglich mit entsprechenden Salben rückgefettet werden. Stress, Kälte, Licht oder Druck können eine Urtikaria (Nesselsucht) auslösen, bei der sich innerhalb weniger Minuten „Hautquaddeln“ bilden.

Der weit verbreitete Heuschnupfen und die Pollenallergie zählen zu den allergischen Erkrankungen der oberen Atemwege. Hier besteht die Gefahr von pollenassoziierten Nahrungsmittelallergien, die aufgrund von Ähnlichkeiten der Allergene entstehen. Auch die Schimmelpilz-, die Hausstaubmilben- und die Tierhaarallergie machen sich mit Atemnot, Niesreiz und tränenden Augen bemerkbar. „Dann hilft nur, den Auslöser zu meiden“, rät Samimi-Fard. Bei einer nachgewiesenen Allergie auf Hausmilbenkot können Ärzte milbendichte Bettwäsche verschreiben. Hundehaarallergikern bleibt dagegen oft nur die Abschaffung des Tieres, wobei Hunderassen – anders als Katzen – unterschiedlich stark auf die Betroffenen wirken.

Wenn Blut-, Pflaster- oder Pricktest, bei dem die Reaktion der Haut auf Allergene getestet wird, positiv sind, hilft in vielen Fällen nur eine drei- bis fünfjährige spezifische Immuntherapie. Sie zielt darauf ab, die allergische Reaktion zu minimieren.

Wie man Allergien vorbeugen kann? Generell empfiehlt die Allergologin: „Vor allem Kinder ohne genetische Veranlagung zu allergischen Reaktionen sollten ein wenig abgehärtet werden und nicht im Glashaus aufwachsen.“