Vorweihnachtlicher Duft in der City

Gladbecker Advent: Petra Sanders verkauft gebrannte Mandel, Schokofrüchte und Lebkuchenherzen.
Gladbecker Advent: Petra Sanders verkauft gebrannte Mandel, Schokofrüchte und Lebkuchenherzen.
Foto: WAZ FotoPool

Gladbeck..  Langsam weihnachtet es in der City: Die alljährlichen Stände – diesmal sechs, vorwiegend mit Leckereien – stehen wieder auf der Hochstraße. „Gladbecker Advent“ nennt sich das Wenige, das sich alle Jahre wieder einfindet und versucht, wenigstens ein wenig festlichen Flair in die Fußgängerzone zu zaubern.

Allen voran Frank Ahrend mit seinem Glühweinstand. Zum zehnten Mal ist er diesmal da. „Und es macht jedes mal riesig Spaß“, sagt der Essener, der den ganzen Jahresurlaub an seinem 50 qm großen Stand verbringt und ansonsten übers Jahr mit dem Schauerstellergewerbe nichts zu tun hat. Er freut sich immer wieder auf bekannte Gesichter und inzwischen viele Freunde. „Zu 85 Prozent kommen Stammkunden, nur 15 Prozent ist Laufkundschaft.“ Seit Hertie zu hat, vor dessen (ehemaligen) Türen er steht, hat diese Zahl deutlich abgenommen. Bis Silvester ist der Glühweinausschank täglich geöffnet, jeden Donnerstag von 17 bis 22 Uhr gibt es Christmas-Rock mit Musiker Rainer Migenda.

30 Jahre ist schon Rudolf Kaße mit seinem Imbiss zur Adventszeit auf der Hochstraße. „1982 stand ich erstmals hier“, erzählt der Gladbecker, der einst bei Karstadt in der Teppich- und Gardinenabteilung gearbeitet hat. Aus einer original sizilianischen Kutsche heraus serviert er den Kunden die frisch gegrillte Rostbratwurst. Gern als Currywurst, „mit einer Soße nach eigenem Rezept“, so Kaße, der fast ausschließlich Stammkunden an seinem auffälligen Stand bedient.

Ganz neu beim Gladbecker Advent ist der Imbissbetrieb Haas aus Oer-Erkenschwick, der original holländische Pommes anbietet. „Die kommen frisch aus Holland“, versichert Nicole Bockhoff, die die „Fritjes“ serviert. „Die sind fertig, wenn sie schwimmen, mich angucken und mit mir sprechen“, erklärt sie bildreich, dass die Pommes im Fett anders knistern, wenn sie fertig sind.

Ein Stück weiter steht die Creperie Meeß aus Gelsenkirchen, „wie jedes Jahr“, heißt es aus dem Wagen. Neben Crepes „aus eigenem Teich“, die in zwei, drei Minuten fertig sind, gibt es Dampfnudeln, eine süddeutsche Hefeteig-Spezialität. Nebenan duften die Leckereien der Mandelbrennerei Schirrmeister über die Hochstraße. Acht Nussspezialitäten sind im Angebot, verrät Verkäuferin Petra Sanders. Mehrfach am Tag brennt sie Mandeln und Nüsse vor Ort – Zucker , Zimt oder Marzipanaroma bringen den Geschmack. Gut zehn Minuten dauert das Brennen. Auch weihnachtliche Lebkuchenherze oder Früchte in Schokolade verführen zum Naschen.

Wenigstens für die kleinen Gäste gibt es ein Vergnügen abseits der Schlemmerei: im alljährlichen Karussell von Frank Philipp aus Castrop oben am Ende der Hochstraße.

Auch wenn der „Gladbecker Advent“ klein ist, er tut der Stadt in der Vorweihnachtszeit gut, findet Werbegemeinschafts-Chef Matthias Alt. „Die Stände sind kompakt gestellt und strahlen etwas Festliches aus.“ Ausbaufähig sei der Markt, „aber einfach ist das nicht.“

Ganz anders der Nikolausmarkt, der zusätzlich vom 7. bis 9. Dezember auf dem Rathausplatz laufen wird, gemeinsam veranstaltet von Werbegemeinschaft und Stadt. Etwa 30 Stände von Vereinen, Verbänden, Kaufleuten und professionellen Beschickern gibt’s dann.

 
 

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