Von März 2012 bis November 2015 – A 52-Drama auf einen Blick

Am Autobahnkreuz A 52/A 2 soll es beim so genannten Überflieger (Brückenkonstruktion für die Verkehrsströme aus Richtung Essen in Richtung Oberhausen) bleiben.
Am Autobahnkreuz A 52/A 2 soll es beim so genannten Überflieger (Brückenkonstruktion für die Verkehrsströme aus Richtung Essen in Richtung Oberhausen) bleiben.
Foto: Stadt Gladbeck
Der 26. November 2015 könnte zu einem entscheidenden Tag in der jahrzehntelangen Gladbecker A 52-Debatte werden. Eine WAZ-Chronik von 2012 bis 2015.

Gladbeck.. Vorhang auf! Um 16 Uhr geht am Donnerstag (26. November) im Ratssaal ein weiterer Akt des schier endlosen A 52-Dramas über die Bühne. Seit dem Ratsbürgerentscheid im März 2012 haben wir unvergessliche Auftritte und Episoden erlebt. Ein Überblick als Einstimmung auf diesen Tag.

25. März 2012

Eine deutliche Mehrheit der Gladbecker lehnt beim Ratsbürgerentscheid die finanzielle Beteiligung Gladbecks am Tunnel ab und stimmt damit „für einen Abbruch des Planungsprozesses“, wie es auf dem Stimmzettel ausdrücklich heißt. Eigentlich ist damit doch alles klar, oder? A 52 passé! Doch denkste, denn hier geht es schließlich um eine Fortsetzungs-Serie:

4. Januar 2013

Minister Voigtsberger hat das A 52-Ensemble längst verlassen. Einer der neuen Hauptdarsteller im Autobahndrama, NRW-Verkehrsminister Michael Groschek (SPD), nutzt die große Bühne des DGB-Neujahrsempfangs in Gladbeck, um die A 52 wieder auf die Tagesordnung zu bringen. Groschek kündigt einen Runden Tisch zur A 52-Zukunft an. Damit ist das Thema in Stadt und Region wieder gesetzt.

27. April 2013

Die Autobahngegner schlafen nicht hinter den Kulissen. 13 Monate nach dem Ratsbürgerentscheid tagt die 5. Mobilität-Werk-Stadt. In zahlreichen Impuls-Referaten geht es um alternative Verkehrskonzepte – und die A 52-Kritiker lassen keinen Zweifel daran, dass sie weiter entschlossen gegen den Ausbau kämpfen werden. Der Ratsbürgerentscheid soll gelten!

8. Juli 2013

Der nächste Akt, die Katze ist aus dem Sack! Groschek nennt als ein Resultat des Runden Tisches, dass die A 52 von A 42 bis A 2 gebaut wird, inklusive Autobahnkreuz bei Wittringen.

16. Juli 2013

Eine Woche nach der Groschek-Ankündigung äußert sich Bürgermeister Ulrich Roland (SPD): „Die Stadt Gladbeck kann nur eine Verkehrsplanung auf ihrem Stadtgebiet akzeptieren, die mit dem Ergebnis des Ratsbürgerentscheids zu vereinbaren ist.“ Zugleich gerät Gladbeck in der Folgezeit immer mehr unter Druck, denn im März 2014 endet die Bindungsfrist des Ratsbürgerentscheides; es folgt nach vielen weiteren Episoden:

August 2014

Das Planfeststellungsverfahren für den Abschnitt zwischen Stadtgrenze Bottrop und A 2 wird eingeleitet. Bürgerforum-Chef Matthias Raith und seine Mitstreiter fordern, die Stadt Gladbeck müsse sich mit allen zur Verfügung stehen juristischen Mitteln dagegen wehren. Die Gesundheit der Gladbecker Bevölkerung sei massiv bedroht.

18. September 2014

Der Stadtrat fordert in einer Resolution den sofortigen Abbruch des Planfeststellungsverfahrens und fordert die Bezirksregierung Münster auf, „den gesamten Teilabschnitt zwischen Essen und Gelsenkirchen-Buer zu betrachten“.

3. Februar 2015

Heißer Empfang für Groschek: Autobahngegner demonstrieren vor dem Luther Forum, in dem das WAZ-Forum stattfindet. Groschek unterstreicht, dass eine A-52-Gesamtlösung von der A 42 bis Gelsenkirchen-Buer „aus einem Guss“ am besten sei.

6. März 2015

In Berlin geht es im Verkehrsministerium um das A 52-Drehbuch: Prüfaufträge werden vereinbart. Gladbeck dringt auf einen möglichst langen Tunnel, auf einen Unterflieger am Autobahnkreuz und auf verbesserten Lärm- und Sichtschutz.

3. November 2015

Die ernüchternde Regie-Anweisung aus Berlin: Kein längerer Tunnel, kein Unterflieger, dafür besserer Lärm- und Sichtschutz bei Wittringen und im östlichen Stadtgebiet. Dieses Angebot liegt nun dem Stadtrat vor. Fällt danach der Vorhang in diesem Drama? Wohl nicht!

 
 

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