Verurteilter Polizist bleibt im Gefängnis

Essen. Der wegen schweren Raubes verurteilte Gladbecker Polizist Kim J. bleibt im Gefängnis. Das Landgericht Dortmund lehnte jetzt seinen Wiederaufnahmeantrag ab, mit dem er seine Verurteilung zu fünfeinhalb Jahren Haft durch das Landgericht Essen aufheben lassen wollte.

Obwohl der 33-Jährige bereits kurz nach der Festnahme vor dem Haftrichter gestanden hatte, am 24. Juli 2008 den Dursty-Getränkemarkt an der Bottroper Straße überfallen zu haben, kämpft er seit Jahren um seine angebliche Unschuld. Die Strafjustiz überzeugt er nicht. Mehrere Gerichte bescheinigten ihm seitdem, dass eine dichte Indizienkette seine Schuld beweise.

Reizgas gesprüht

Kim J. hatte laut Urteil der XVI. Essener Strafkammer die Kassiererin des Marktes mit Reizgas besprüht und 80 Euro erbeutet. Dass dem Ordnungshüter Eigentumsdelikte nicht ganz fremd sind, kam im Essener Prozess vor fünf Jahren auch zur Sprache. Da hatte der Vorsitzende seines Schützenvereins ausgesagt, dass Kim J. 2001 als Kassenwart insgesamt 7500 Euro aus der Vereinskasse unterschlagen habe. Die Mutter hätte das Geld zurückgezahlt und gebeten, auf eine Anzeige zu verzichten. Nur deshalb sei er damals nicht angezeigt worden.

Mit medialer Unterstützung hatte Kim J. in den vergangenen Monaten den Eindruck erweckt, neue Tatsachen würden seine Unschuld beweisen. Da war die Rede von einer fast erblindeten Kassiererin, die ihn falsch identifiziert und vor Gericht gelogen hätte.

Das Landgericht Dortmund wies diese Behauptungen auf elf Seiten eindeutig zurück. Kim J. und sein Anwalt Ulrich Busch hätten keine neuen Beweise angeführt, sondern lediglich die Beweiswürdigung des Essener Landgerichtes durch ihre eigene ersetzt. Das reiche für eine Wiederaufnahme nicht aus. Deshalb sah das Landgericht Dortmund auch keinen Anlass, seinem Antrag zu entsprechen und ihn aus der Haft zu entlassen.

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