Verkehrsgutachten diente allein dem Verhandlungszweck

Gladbeck.. Die Diskussion über den Ausbauvorschlag der B 224 zur A 52 wird hitzig geführt und treibt mitunter seltsame Blüten. So muss auch das Gezanke um ein 2009 erstelltes Verkehrsgutachten und die Diskussion dazu gestern im Haupt- und Finanzausschuss verstanden werden. Worum es bei dem Streit ging: Die kleinen Fraktionen, vor allem die Linke, hatten die Aushändigung des Gutachtens, das bis dahin nur auf Antrag einsehbar war, für alle Ratsmitglieder gefordert und dazu einen Antrag an den Rat gestellt. Sie unterstellen SPD/Grünen und Verwaltung, ihnen und den Bürgern durch Geheimhaltung dieser Verkehrszahlen Informationen vorzuenthalten, die für die Entscheidung über den Ausbauvorschlag wichtig sein könnten.

Der Ratsdiskussion kamen SPD/Grüne nun mit einem eigenen Antrag an den Hauptausschuss zuvor. Ihr Anliegen dabei: Den Zweck des Verkehrsgutachtens darzustellen. Denn die von der Stadt in Auftrag gegebene Verkehrsprognose der Aachener Ingenieur IVV hatte den alleinigen Grund, „bewaffnet“ (M. Hübner, SPD) in die Verhandlungen mit dem Land und dem Bund über einen Tunnel zu gehen. Bürgermeister Ulrich Roland: „Wer mit nichts im Köfferchen kommt, geht auch mit nichts nach hause.“

Ermittelt wurden u. a. die Auswirkungen auf die Verkehrssituation in der Stadt im Umfeld der B 224, wenn kein Ausbau auf Gladbecker Gebiet erfolgen würde. „Wir kippen euch den Verkehr vor die Stadttore“ lautet bekanntermaßen eine Drohung von Ex-Verkehrsminister O. Wittke. Die Kernaussage in dem Gutachten: „Bei Nichtausbau wird es eine erhebliche Verkehrszunahme geben“, so Gutachter Prof. Dr. Martin Lühder. „Die Zahlen sind dabei unerheblich“, ergänzte SPD-Ratsherr W. vormWalde. Es gehe beim Bürgerentscheid allein um die Frage, ob Gladbeck einen Tunnel bekomme.

Am Ende einigte man sich: Alle Ratsmitglieder erhalten nun das Gutachten, versehen mit den notwendigen Erklärungen zum Zweck.

 

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