Verbindender Blick über Grenzen hinweg

Interessante Fotografien aus Gladbeck und Schwechat zeigt die Ausstellung M.I.N.K.A.S. im Neuen Rathaus.
Interessante Fotografien aus Gladbeck und Schwechat zeigt die Ausstellung M.I.N.K.A.S. im Neuen Rathaus.
Foto: WAZ FotoPool

Gladbeck. Knallroter Klatschmohn vor der Maschinenhalle Zweckel, Männerfreunde im innigen Zwiegespräch, eine im Eis eingefangene Blüte, der Bergmannschor im Gegenlicht oder bunt abgetauchte Gummibärchen. Das alles verbirgt sich hinter dem geheimnisvollen Namen „M.I.N.K.A.S.“. Dessen Bedeutung verrieten weder Bürgermeister Ulrich Roland noch sein Amtskollege von den Städtepartnern aus Schwechat, Bürgermeister Hannes Fazekas, bei ihren Grußworten zur Ausstellungseröffnung im Neuen Rathaus am Sonntagvormittag.

Das Geheimnis zu lüften, überließen sie Christa Weiland, der Leiterin der Foto-AG Gladbeck. „M.I.N.K.A.S. steht als Abkürzung für Menschen, Industrie, Natur, Kultur, Architektur und Skurriles“, klärte sie das Publikum im dicht bevölkerten Rathausfoyer auf. Also all das, was sich in den hier nun über vier Wochen ausgestellten 60 Fotoarbeiten widerspiegelt, die einerseits Gladbecker Hobbyfotografen und andererseits Mitglieder der österreichischen Fotogruppe Schwechat zusammentrugen.

Kulturelle Nachhaltigkeit

Das Ganze soll zugleich ein Dokument kultureller Nachhaltigkeit sein, „da wir bereits bei der Fotoausstellung ,Twins’ im Kulturhauptstadtjahr 2010 zusammengearbeitet haben, damals dokumentiert mit den großen Hände -Transparent auf dem Sparkassenturm“, erzählt Christa Weiland.

Eine grenzenlose Kooperation, die man fortsetzen wollte. „Für die Ausstellung hat dann jede Fotogruppe 60 Bilder erstellt und dem Partner zugesandt.“ Die Fotofreunde hüben und drüben wurden so zum jeweiligen Juror, denn es galt „nur“ 30 Gladbecker beziehungsweise Schwechater Fotoarbeiten für die Ausstellung auszusuchen.

„Wir haben Bilder ausgesucht, die wir als typisch für die Gladbecker Region angesehen haben“, erklärt Irene Haslauer, Leiterin der Schwechater Fotogruppe. Wobei durchaus überraschende Fotografien dabei gewesen seien, „die wir nicht im Ruhrgebiet erwartet hätten wie die großen Stadthäfen in Gelsenkirchen oder Dortmund – etwas Vergleichbares findet man bei uns höchstens in Wien“.

Die Gladbecker-Jury habe den besonderen Blick durch die Fotolinse gewürdigt, „die besonderen Farbgebungen oder Techniken der Arbeiten“, so Christa Weiland. „Sei es die vereiste Blüte von Hans Heilmann oder das ungewöhnliche Selbstporträt von Paul Havranek „Paul x 8“ angefertigt als Mehrfach-Langzeitbelichtung“.

Delegationen aus den Partnerstädten

Eine Ausstellung, die auch den Blick über Grenzen hinweg öffnet, unterstrich Bürgermeister Ulrich Roland. Die somit ein gutes Zeichen gelebter Städtepartnerschaft sei, wie auch das gesamte Appeltatenfest, bei dem in guter Tradition Delegationen aus allen Partnerstädten anwesend seien. Sprach's und begrüßte auch die angereisten Gäste um die Ratsherren Alper Birer (Alanya), Ozzie Uzoanya (Enfield), Alain Monchecourt (Marcq-en-Barouel)

Bürgermeister Hannes Fazekas fasste passend zusammen: „Gute Städtepartnerschaft ist wie ein funktionierendes Uhrwerk. Politik und Verwaltung sind die richtunggebenden Zeiger, aber nur die gut funktionierenden kleinen Rädchen können dafür sorge tragen, wie jetzt das bürgerschaftliche Engagement der Fotogruppen, dass sich die Partnerschaft mit Leben füllt und funktioniert.“

Und ihren Wunschtraum, dass sich die gesamte Städtepartnerschaft noch breiter fotografisch dokumentiert, verriet auch Christa Weiland bei ihrer Begrüßungsrede: „Mit der Hoffnung, dass es uns bald einmal gelingt, eine Fotoausstellung mit Beiträgen aus allen Partnerstädten zu eröffnen.“

Der dazu passende regionale Musikgruß folgte durch den abschließenden Liedvortrag von Maeggie Koreen, die das „Glückauf“ Bergmannslied von Kurt Tucholsky gekonnt vortrug. Gefolgt von ganz persönlichen familiären Einblicken für die Zuhörer ins Leben im Revier, indem die Chansonnette ein ihrer Großmutter gewidmetes Lied vortrug „Oma Erle“.