Und was sagen die Bürger?

Blick auf die B224 in Höhe Schützenstraße.  Foto: Dirk Bauer / WAZ FotoPool
Blick auf die B224 in Höhe Schützenstraße. Foto: Dirk Bauer / WAZ FotoPool
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Gladbeck..  Wir sind heilfroh, wenn der Tunnel kommt!“ Das sagt Walter Hüßhoff aus ganz eigenem Interesse. Sein Haus an der Gartenstraße steht direkt an der B 224, der „ganze Lärm und der Feinstaub kommen zu uns“, klagt er. Von den Vibrationen durch den Schwerlastverkehr und rasende Motorradfahrer ganz zu schweigen. Das hat jetzt Folgen für das Mehrgenerationen-Familienleben: Tochter und Schwiegersohn ziehen mit den Enkeln aus, weil die Kinder so oft krank sind. „Der Tunnel wird unsere Lebensqualität um ein Vielfaches verbessern“.

Siegfried Biermann könnte sich dagegen eine billigere Lösung vorstellen: „Durch die Heege, das kostet weniger und würde eine kürzere Bauzeit bedeuten. Beim Tunnelbau werden alle Gladbecker betroffen sein, wenn in der Stadt gwühlt und gewerkelt wird.“

Helmut Deka hält es für „unredlich, nur von Vorteilen zu reden, die Nachteile wie die höhere Lärmbelastung durch mehr Verkehr nicht zu erwähnen.“ Er geht davon aus, dass für das A-2-Kreuz in Nähe des Freizeitbereichs Wittringen ein enormer Landschaftsverbrauch nötig sein wird.

Das 12 Meter hohe Autobahnkreuz stört Alois Ger-hardinger an den Ausbauplänen besonders. „Wenn das so kommt, stimmen wir mit nein“, sagt der Butendorfer..

„Klasse, dass der Bürger einbezogen wird“, urteilt Wolfgang Bukowski. Das sei wahre Demokratie und keineswegs ein „Abwälzen der Verantwortung auf die Bürger“, wie es Meike Maser-Plag vom Netzwerk Initiative kritisierte.

Ganz anders dagegen Egon Hovensiepen: „Die Bürger haben doch keine Ahnung, sie können keine Entscheidung treffen. Der Rat schiebt ihnen den schwarzen Peter zu.“

„Welche Konsequenzen hat es, wenn die Gladbecker mehrheitlich mit ,Nein’ stimmen? Werden Tunnel und A-2-Kreuz mit Überflieger dann trotzdem gebaut?“ fragen Bernhard und Hildegard Sondermann.

Ihre Entscheidung haben Wolfgang und Jürgen Knobloch schon getroffen: „Wir werden ablehnen. Der Verkehr und die gesundheitlichen Belastungen werden zunehmen, die Kosten sind nicht zu vertreten und Gladbeck wird in der Bauphase im Chaos versinken.“

Johannes Heisterkamp aus Rentfort sieht im Ausbauangebot nur die drittbeste Lösung. Wenn die beste, die Heegelösung, nicht gehe, sollte die jetzige B 224 einfach optimiert werden: Durchgehende Mittelleitplanke, keine Ampel, mehr ,grüne’ Brücken und wirksame Lärmschutzwände, durchgehend Tempo 80. Das wäre die zweitbeste Lösung.“

Und Harald Welling aus Gladbeck-Ost meint: „Die Stadt sollte besser den Tunnel am Oberhof reinigen, statt einen neuen zu bauen.“

 

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