Tunnelprojekt in Oberau - „Das ist Rückenwind für Gladbeck“

Die B 224 in Gladbeck in diesem September nach einer Teilsperrung wegen eines Lkw-Unfalls.
Die B 224 in Gladbeck in diesem September nach einer Teilsperrung wegen eines Lkw-Unfalls.
Foto: Oliver Mengedoht / FUNKE Foto Se
Vielfältige Reaktionen gibt’s zur aktuellen Oberau- und A52-Berichterstattung der WAZ Gladbeck. Hier einige Beispiele zum facettenreichen Meinungsbild

Gladbeck / Oberau..  „Gladbeck empört: Bayern kriegt den Tunnel - warum wir nicht?“ Der WAZ-Bericht zur vom Bund finanzierten, 200 Millionen Euro teuren Tunnel-Ortsumfahrung im Wahlkreis von Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) fand in der gesamten Rhein-Ruhr-Region viel Beachtung und löste, begleitet von der lokalen Berichterstattung, vielfältige Reaktionen aus.

So wertet SPD-Bundestagsabgeordneter Michael Gerdes ähnlich wie Bürgermeister Ulrich Roland (SPD) die Oberau-Diskussion als „Rückenwind“ für Gladbeck bei den Gesprächen am 3. November in Berlin.

Gerdes fordert absolute Priorität und Aufmerksamkeit für die Gladbecker Verkehrssituation. „Das Beispiel Oberau zeigt, dass es theoretisch und praktisch möglich ist, eine hohe Summe an Bundesmitteln für Tunnelbauten zur Verfügung zu stellen“, formuliert der Bundestagsabgeordnete, der nun auf einen entsprechenden Effekt pro Gladbeck bei den kommenden Verhandlungen in Berlin setzt.

CDU-Parteichef Enxing warnt vor ungerechtfertigter Skandalisierung

CDU-Stadtverbandschef Christian Enxing warnte auf Twitter vor einer ungerechtfertigten Skandalisierung des Tunnelbaus in Oberau: „Auch ein Minister verteilt kein Geld nach Gutdünken“, so Enxing. Deshalb sollte der Bürgermeister auch nicht diesen Eindruck erwecken. Der Gladbecker CDU-Chef: „Deutschland ist ein Rechtsstaat!“

WAZ-Leser: „Nicht meckern, sondern baureife Planung vorlegen“

Ähnlich fällt die Argumentation von Joachim Hettwer aus. So formuliert der WAZ-Leser in einer E-Mail: „Dieser Artikel passt genau in die Debatte von der Lebenslüge, dass das Ruhrgebiet zu wenig Geld vom Bund bekommt. Gladbeck soll erst einmal die Planung baureif vorlegen, das heißt erst die Arbeit, dann das Geld.“ Die WAZ-Redaktion, so der Leser weiter, solle besser die Verhinderer der Baumaßnahme klar benennen. Der Bau der A 52 sei „eine ideale Beschäftigungsmaßnahme und würde zudem allen im Ruhrgebiet nützen“, meint Joachim Hettwer.

Wolfgang Schroth aus Essen rückt dagegen die besondere Rolle des Bundesverkehrsministers beim Tunnelbau im 3000-Einwohner-Dorf Oberau in den Blickpunkt: „Dass das Projekt mit Herrn Dobrindt ein starkes Geschmäckle hat, ist offensichtlich“, meint der WAZ-Leser, der zu folgendem Schluss kommt:

WAZ-Leser: „Mautkönig darf sich alles leisten“

„Mautkönig Dobrindt darf sich ja als Bayer ohnehin alles leisten. Da aber die Minister einfach ausgetauscht werden können wie ,Mensch ärgere Dich nicht’- Püppchen, schlage ich vor, dass Gladbecks Bürgermeister Ulrich Roland sich als Bundesverkehrsminister bewerben sollte. Ich unterstütze das. Dann wird es mit dem Tunnel auch bald was werden.“

 
 

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