Türmer türmt nicht vor der A 52 in Gladbeck

Der Rathaus-Türmer bei den Wittringer Rittern in der Bütt. Foto: Heinrich Jung
Der Rathaus-Türmer bei den Wittringer Rittern in der Bütt. Foto: Heinrich Jung
Foto: WAZFotoPool
Zum bereits dritten Mal trat Bürgermeister Ulrich Roland in der Rolle als Rathaus-Türmer in der Bütt auf. Und wie schon in den Vorjahren nahm der Türmer aktuelle lokale Themen aus jecker Sicht ins Visier.

Gladbeck.. Gespannt wurde diese Büttenrede erwartet: Schließlich hat der Rathaus-Türmer von hoch oben seit zwei Monaten alles ganz genau beobachtet - was sagt er also zur A 52?

Die Karnevalisten in der Stadthalle mussten am Samstagabend bei der großen Gala der Wittringer Ritter nicht allzu lange warten, um Entsprechendes zu vernehmen:

„Ein Tunnel muss her, gar keine Frage, denn nur er verbessert unsere Lage. Denn ohne Tunnel, das ist klar, die Autobahn ohn’ Zukunft war. Wie schön ist’s, wenn’s dann ruhiger wird, die Autos er unter Tage führt“, rief der Rathaustürmer dem Narrenvolk zu, das mit Applaus und nur wenigen, ganz zarten Buh-Rufen reagierte.

„Der Bürger selbst hat es nun in der Hand, ob wir bleiben Wirtschaftsland“

Bürgermeister Ulrich Roland türmte in seiner jecken Rolle als Rathaus-Türmer also keineswegs vor dem heißen Thema A 52, sondern bezog auch in der Bütt eine klare Position zu Tunnel und Ratsbürgerentscheid: „Dass dabei unsre Stadt vereint, uns Gladbecker besonders freut! Hier liegt die Chance für das Jahrhundert, auf dass der Bürger sich nicht wundert: Er hat es selbst nun in der Hand, ob wir bleiben Wirtschaftsland.“

Ja, Hochaktuelles also aus der Bütt für die versammelten Jecken - und so ging es auch sogleich mit einem anderen heißen Thema weiter, denn der Türmer hatte sogar ein GLA-Kennzeichen eingepackt und hielt es dem Narrenvolk vor die Nase: „Das wurmt uns schon ganz lange, das falsche Zeichen an der Stange, drum fordern wir das GLA zurück, dass es unser Auto schmück!“

Und für alle Skeptiker, die einfach nicht glauben wollen, dass „GLA“ wirklich kommt, hatte der Türmer noch eine gut gedichtete GLA-Zugabe parat: „Die Bürokratie, die mahlt gründlich, eine Entscheidung erhoffen wir stündlich, doch ein Jahr wird’s wohl noch dauern, solange müssen wir noch lauern, bis alle Hürden sind genommen, unser GLA wir dann bekommen.“

„Aus Gladbeck kommen wir gefahren!“

Mit dem GLA auf dem Kennzeichen geht’s also durch den A-52-Tunnel - der Türmer hat klare lokale Zukunftsvorstellungen, denn: „Es freuen sich der Türmer und der Jeck, wenn stolz prangt das GLA an Front und Heck. Jeder kann es dann erahnen: Aus Gladbeck kommen wir gefahren!“

Der Türmer wäre nicht der Türmer, wenn er nicht auch etwas zu Schalke 04 zu sagen hätte. Er ging auf den Wechsel von Manuel Neuer zu Bayern München ein, stellte fest, dass Manuel seitdem nicht immer alles hält und rief siegessicher aus: „54 Jahre ohne Schale, da trösten nicht die paar Pokale, nun ist’s genug für Dortmund und Bayern, jetzt wollen wir die Meisterschaft feiern!“

Ach ja, und auch zum zurückgetretenen Bundespräsidenten hatte der Türmer noch etwas anzumerken: „Du dienst dem Staat nur dann als Edelmann, wenn man von Dir sagen kann, dass Anstand, Maß und Würde, für Dich sind keine große Hürde!“

 

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