Traditioneller Tischlerberuf im Wandel

Der Beruf des Tischlers hat sich gewandelt. Tischler Cengiz Madan arbeitet bei Woodcraft and Art im Gewerbepark Brauck auf 450 Quadratmetern mit einem modernem Maschinenpark.
Der Beruf des Tischlers hat sich gewandelt. Tischler Cengiz Madan arbeitet bei Woodcraft and Art im Gewerbepark Brauck auf 450 Quadratmetern mit einem modernem Maschinenpark.
Foto: WAZ
Neben traditionellem Handwerk haben sich viele Betriebe spezialisiert. Firma „Woodcraft and Art“hat sich neu im Gewerbepark Brauck angesiedelt und bietet komplettes Innenraumdesign an

Gladbeck..  „Vor 100 Jahren hat der Tischler vom Möbel bis zum Innenausbau noch alles mit dem Grundwerkstoff Holz realisiert, in den letzten Jahrzehnten sind vielfältige weitere Materialien hinzu gekommen wie Verbund- und Kunststoffe, Mineralwerkstoffe oder Metall“, sagt Egbert Streich, Geschäftsführer der Tischlerinnung Bottrop-Gladbeck-Gelsenkirchen. In vielen, meist größeren Betrieben habe eine Spezialisierung stattgefunden, zum Beispiel auf den Bereich Fensterbau, Messebau oder Ladenausbau, so Streich.

Allrounder nach Gladbeck gezogen

Letzteres ist auch ein Standbein der Tischlermeister Michael Wienert und Thomas Brinkmann, die sich aber als moderne Allrounder verstehen und jetzt mit ihrem Betrieb

von Bottrop nach Gladbeck umgezogen sind. Im Gewerbepark Brauck an der Europastraße 46 D haben sie ihr Unternehmen „Woodcraft and Art“ auf 700 qm mit Wachstumspotenzial neu aufgestellt. Dass ihr Traditionsberuf mittlerweile viel mit Innenraumdesign zu tun hat, zeigen die Referenzarbeiten, die sie in einem dicken Werbekatalog zusammengestellt haben. Darin ist die topmoderne Inneneinrichtung eines Szenelokals im Düsseldorfer Innenhafen ebenso zu sehen wie die Ladeneinrichtung eines Schuhhauses in der Fußgängerzone oder die maßgeschneiderte Küche, das Schlafzimmer oder Bad für Privatleute in der Umgebung. „Wir bieten unseren Kunden von ersten Entwürfen und

individueller Materialauswahl über den Detailplan bis zur Montage vor Ort Komplettlösungen an“, erklärt Michael Wienert. Das beinhalte auch, das gegebenenfalls neue Türen, Fenster, Treppen oder Bodenbeläge verlegt beziehungsweise eingebaut werden.

„Wie jeder Tischlermeister beherrschen wir selbstverständlich alle traditionellen Techniken der Holzverarbeitung unseres Berufes“, unterstreicht Thomas Brinkmann. Aufwändige Kleinmöbel mit Handsäge, -hobel und Leimpinsel herzustellen sei heute aber eher die Ausnahme, da für die moderne und zügige Möbelproduktion vorrangig große Maschinen wie Band- und Kreissäge oder Kantenumleimmaschine verwendet werden.

Neben weiteren Privatkunden hoffen die Neu-Gladbecker auch die Stadtverwaltung von ihrem Können überzeugen zu können. „Für die Stadt Bottrop haben wir schon diverse Aufträge in Kindergärten oder Schulen ausgeführt, zum Beispiel neue Fenster eingebaut.“

Der Tischlerberuf in der Region sei für die Zukunft gut aufgestellt, sagt Egbert Streich. Mit seit Jahren stabiler Mitgliederzahl „von derzeit 56 Innungsbetrieben und insgesamt bis zu 700 Mitarbeitern“. In Gladbeck sind sechs Tischlereien tätig.

 
 

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