Theodors Grüße an die liebe Anna daheim in Rentfort

Postkarte von Theodor Höwel aus Rentfort (1887-1945).
Postkarte von Theodor Höwel aus Rentfort (1887-1945).
Foto: WAZ FotoPool
Seit Jahresbeginn haben die Gladbecker WAZ-Leserinnen und -Leser die Redaktion mit zahlreichen Dokumenten zum Ersten Weltkrieg versorgt. Dafür sagen wir ein großes Dankeschön! Mit den Postkartengrüßen von Theodor Höwel aus Rentfort endet die WAZ-Serie.

Gladbeck..  Knut Schmitz und seine Frau Monika Näffgen hüten einen echten lokalen Schatz: Dokumente aus der Jahrhunderte langen Geschichte der Ur-Gladbecker Familie Höwel. Auch der Erste Weltkrieg spielt hierbei eine wichtige Rolle.

Theodor Höwel, das war der Großvater von Monika Näffgen, schrieb gern Postkarten mit bunten Motiven. Zum Glück. Denn viele dieser Postkarten sind erhalten geblieben. Und zahlreiche Kartenmotive stammen auch aus der Zeit des Ersten Weltkriegs.

All diese Postkarten haben Knut Schmitz und Monika Näffgen daheim in Rentfort parat - bunte Motive aus dem Soldatenleben von Theodor Höwel zählen dazu; Postkarten, die eher wie ein Urlaubsgruß aussehen als wie eine Botschaft aus bitteren Kriegszeiten.

Orden und Signaltrompete gehören ebenfalls zum Familienfundus

Fast alle diese Postkarten hat Theodort Höwel an Anna Quäling geschrieben, an seine spätere Frau Anna Höwel also. Die Texte und genauen Herkunftsorte der Karten sind heute kaum noch zu entziffern, mit Bleistift geschrieben und oft begonnen mit den Worten „Liebe Anna. . .“

Nicht nur Postkarten schlummern im Familienarchiv, auch zwei Orden, die der Kriegerverein Gladbeck in späteren Jahren an Theodor Höwel verlieh, zählen zum familienhistorischen Fundus. Und sogar eine Signaltrompete aus der Zeit des Ersten Weltkriegs, die noch gut funktioniert: Beim WAZ-Besuch lässt Knut Schmitz unüberhörbar im Wohnzimmer ein Trompeten-Signal erklingen. Vor ihm stapeln sich die Postkarten, Briefe und Utensilien aus dem einstigen Besitz von Theodor Höwel. Ja, hier wird Geschichte sogar hörbar. . .

Familiengeschichte reicht bis in das 14. Jahrhundert zurück

Die Höwels sind eine Ur-Gladbecker Familie mit langer lokaler Tradition. Der Kotten Höwel wurde bereits im Jahr 1336 erstmals urkundlich erwähnt. Eine alte Flur-Karte aus Gladbeck, eine Taschenuhr mit Taschenuhr-Halter samt preußischem Adler - all das zählt zu den Erbstücken aus langer Familiengeschichte. Und eben die Dokumente, das Soldbuch, die Postkarten und Auszeichnungen von Theodor Höwel, der 1887 geboren wurde und 1945 starb. Kurz zuvor war sein Haus in Rentfort in den letzten Kriegswochen des Zweiten Weltkriegs bei einem alliierten Luftangriff schwer getroffen worden.

Theodor und Anna hatten vier Kinder - eine ihrer beiden Töchter, Roswitha Winter, lebt in Renfort an der Voßbrinkstraße und ist mittlerweile 93 Jahre alt, die anderen drei Kinder sind leider verstorben.

Noch einmal lässt Knut Schmitz für die WAZ die Signaltrompete erklingen - wann und wo mag Theodor einst in diese Trompete geblasen haben?

Mit diesem Beitrag endet die 1.-Weltkriegs-Serie der WAZ - wir sagen allen Lesern „Dankeschön“!

 
 

EURE FAVORITEN