Theatergruppe sucht Laiendarsteller

Jens Dornheim, der künstlerische Leiter der Theatergruppe „glassbooth“ sucht Laiendarsteller  für das neue Stück „Pontius Pilatus“, das im März 2017 im Martin Luther Forum Ruhr Premiere feiern wird.
Jens Dornheim, der künstlerische Leiter der Theatergruppe „glassbooth“ sucht Laiendarsteller für das neue Stück „Pontius Pilatus“, das im März 2017 im Martin Luther Forum Ruhr Premiere feiern wird.
Foto: Thomas Schmidtke
  • Mit „Pontius Pilatus“ erzählt Jens Dornheim die Passionsgeschichte einmal ganz anders
  • Interessierte Darsteller können sich beim offenen Casting am 10. Dezember von 11 bis 18 Uhr melden
  • Gladbecker haben so die Möglichkeit, an einem Kulturevent in ihrer Stadt teilzunehmen

Gladbeck..  Für das neue Stück „Pontius Pilatus“ sucht Jens Dornheim (43), Regisseur, Autor und künstlerischer Leiter der Theatergruppe „glassbooth“, Laiendarsteller. Der Termin des offenen Castings steht fest: Samstag, 10. Dezember, von 11 bis 18 Uhr im Martin Luther Forum Ruhr (MLFR), Bülser Straße 38.

Das MLFR ist wie bei „Luther“ wieder Projektpartner der freien Theatergruppe. So kam Vorstand Dr. Martin Grimm auf Dornheim zu und fragte ihn, ob er sich eine weitere Theateradaption vorstellen könnte. Dornheim sagte spontan zu und holte einen Roman aus dem Regal, den er während des Studiums bereits gelesen hatte: „Der Meister und Margarita“ von Michail Bulgakow (1891-1940). In diesem allegorisch-satirischen Roman, den der russische Autor erst 1940 fertigstellte, und der in Russland zunächst verboten war, weil er in wesentlichen Teilen den Stalinismus kritisiert, findet sich eine Passage namens „Pontius Pilatus“.

Dornheim: „Ich war als Student schon von diesem Part elektrisiert. Er ist enorm stark und steht für sich. Man erkennt das Evangelium wieder.“ So befasst sich der Handlungsstrang des Romans an dieser Stelle mit der Passionsgeschichte, also den letzten Tagen im Leben Jesu Christi, der bei Bulgakow den hebräischen Namen Jeschua Ha-Nozri trägt.

Es geht vor allem um die Frage der Schuld

Erzählt wird die Geschichte von Pontius Pilatus – vor, während und nach der Kreuzigung Jesu. Da geht es vor allem um die Frage der Schuld – eine Frage, die übrigens nicht gelöst wird. Dornheim verspricht ein anregendes Kammerspiel: „Gerade die Gespräche zwischen Jesus und Pilatus sind ein Schlagabtausch auf Augenhöhe.“

Allerdings liegt der Fokus bei der Adaption von Dornheim vor allem auf Pilatus, auch wenn Bulgakow das Gespräch zwischen Pilatus und Christus um weitere Facetten wie den Auftritt des Geheimdienstchefs Affranius erweitert, den es in den biblischen Überlieferungen nicht gibt. Für Dornheim jedenfalls war immer schon klar, dass „diese Nebenhandlung die Intensität und das Potenzial für ein eigenes, abendfüllendes Theaterstück hat“.

Regisseur ist offen für Änderungen am Text

Die Adaption hat der Regisseur in knapp einem Monat umgesetzt, sie in Dialoge gegossen. Für den Feinschliff sorgt in bewährter Manier die Dramaturgin Tanja Brüggen. Auch wenn die Rollen bereits feststehen, endgültig muss die Textfassung nicht bleiben. „Ich bin jederzeit offen für Änderungen am Text, die können sich auch noch in der Probenzeit ergeben.“ Den Zuschauern – es passen 250 ins Forum – verspricht er, dass das Stück „konfessionell für alle spannend ist“.

Wie bei „Luther“ ist die Inszenierung als ein Projekt mit Profis und Laien geplant, die gemeinsam auf der Bühne stehen. Dornheim hofft deshalb, dass beim offenen Casting – nur die Pilatus-Rolle ist bereits mit dem „Luther“-Darsteller Dominik Hetrich besetzt – viele Interessierte vorbeischauen. Gesucht werden neun Darsteller, acht Männer und eine Frau, als Schauspieler und Komparsen. Aber auch Mitwirkende für die Arbeit hinter der Bühne wie Bühnenbild, Kostüme, Musik und Regieassistenz sind erwünscht.

Ein bisschen Zeit sollten die Laienschauspieler mitbringen. Die Proben starten im neuen Jahr, bis zu drei finden in der Woche statt, doch nicht jeder muss immer auch daran teilnehmen. Schauspielerische Erfahrungen sind nicht nötig, aber etwas sollte unbedingt dabei sein, so Dornheim: „Die Leidenschaft zu spielen, ich führe die Leute dann schon auf einen guten Weg.“

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