Taxifahrten im Kreis werden wohl erst später teurer

Die neuen Taxitarife für den Kreis Recklinghausen gelten offiziell ab dem 1. Januar. In einigen Taxis könnte es aber noch länger dauern, bis Kunden die höheren Fahrpreise auch wirklich zahlen müssen.
Die neuen Taxitarife für den Kreis Recklinghausen gelten offiziell ab dem 1. Januar. In einigen Taxis könnte es aber noch länger dauern, bis Kunden die höheren Fahrpreise auch wirklich zahlen müssen.
Foto: WAZ
Zum Neuen Jahr müssen weit mehr Taxameter umgestellt und geeicht werden als üblich. Das das bei den Eichämtern zu Verzögerungen führen könnte, wird es wohl länger dauern, bis die höheren Tarife auch in allen Taxis verlangt werden können.

Taxifahrten im Kreis Recklinghausen werden zum 1. Januar teurer. Das hat der Kreistag am vergangenen Montag beschlossen. Bis Taxikunden die höheren Fahrpreise von rund 14 Prozent auch bei jeder Fahrt zahlen müssen, könnte es aber noch länger dauern als bis zum Jahresanfang, fürchtet die Gladbecker Taxiunternehmerin Dorothee Scholz: „Möglicherweise wird es noch den ganzen Januar dauern, bis wir in jedem Taxi die höheren Tarife verlangen können.“ Den höheren Mindestlohn muss sie aber direkt von Beginn des neuen Jahres an zahlen.

Das Problem: Die neuen Tarife müssen erst von Softwarefirmen in die Taxameter eingespeist werden. Danach muss jedes Taxi beim Eichamt geprüft werden. Da bundesweit nun sehr viele Taxameter umgestellt werden müssen, kann das zu Verzögerungen führen.

Bevor die Arbeiten beginnen, muss aber die Veränderung der Tarife amtlich bekannt gemacht werden. Das ist noch nicht geschehen. „Ohne die amtliche Bekanntmachung des Kreises dürften wir die Software mit den neuen Fahrpreisen aber noch nicht einspeisen“, sagt Taxameter-Servicehändler Wolfgang Thoridt aus Datteln, der auch Fahrzeuge aus Gladbeck umstellt. Wann die amtliche Bekanntmachung vom Kreis kommt, ist noch unklar. „Wir rechnen damit in ein bis zwei Wochen“ sagt Kreis-Sprecher Jochem Manz. Theoretisch könnten die ersten Taxameter dann noch im Dezember umgestellt werden, so Wolfgang Thoridt.

Mit der neuen Software müssen die Taxis dann aber noch zum Eichamt. „Weil die meisten Taxifahrer normalerweise im Dezember zur jährlichen Eichung kommen, gibt es sonst immer schon lange Schlangen. Wenn alle gleichzeitig zum Eichamt wollen, dauert es noch länger“, fürchtet Dorothee Scholz.

Beim Eichamt Recklinghausen bereitet man sich auf den Ansturm vor. Je nachdem wann die amtliche Bekanntmachung des Kreises komme, könne man noch im Dezember die ersten Fahrzeuge eichen. „Im neuen Jahr haben wir dann vorübergehend fünf Mal die Woche geöffnet“, verspricht Maik Stackelbeck, Fachbereichsleiter bei Eichamt Recklinghausen.

Scholz’ Gladbecker Kollege Herbert Feige hat aber noch eine weitere Befürchtung: Dass die Taxiunternehmer zwei Mal hintereinander zum Eichen kommen und zahlen müssen – einmal im Dezember zur jährlichen Eichung und im Januar wegen der neuen Tarife. Manz kann ihn in der Hinsicht beruhigen: „Die Frist, in der die Taxis geeicht werden können, ist bis zum 24. Januar verlängert worden“. Somit sei keine zweite Eichung notwendig. Auch beim Eichamt ist man optimistisch, bis dahin alle Taxameter überprüfen zu können.

 
 

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