Strom kostet ab 2013 deutlich mehr

Gladbeck. 115. Oktober 2012. Ab dem Tag wird in den Büros der Energieversorger neu gerechnet. Und auch die Gladbecker können schon mal anfangen, ihr Haushaltsbudget neu zu planen. Denn an diesem Montag wird der Kurs für die Ökoumlage (Erneuerbaren Energiegesetz) beim Strompreis festgelegt. Eine Steigerung von 1,5 Cent auf rund 5 Cent pro Kilowattstunde ist im Gespräch. Ab wann genau das in der Stromrechnung zu Buche schlägt und wie viel Euro mehr die Gladbecker in 2013 zahlen müssen, das steht derzeit aber noch nicht fest.

Und das weiß auch der regionale Energieversorger, die ELE (Enscher Lippe-Agentur) erst nach dem 15. Oktober genauer. „Wir fangen erst an zu rechnen, wenn alle Preisbestände vorliegen, da der Strompreis sich aus mehreren Faktoren zusammensetzt“, so Peter Efing, ELE-Sprecher. Nicht nur die EEG-Umlage bestimme die Preissteigerung, sei allerdings mit Abstand der größte Preistreiber. Eine erste, vage Schätzung ist immerhin möglich. 40 bis 45 Euro pro Jahr müsste ein Haushalt, der im Durchschnitt 3000 Kilowattstunden Strom jährlich verbraucht, wohl mehr zahlen, so Efing.

Die erhöhte Ökoumlage gilt ab 1. Januar 2013. Ob die ELE-Kunden ab dem Datum schon mehr zahlen, ist ebenfalls noch offen. Denn die ELE muss wie alle Energieversorger ihre Kunden sechs Wochen vor der Erhöhung schriftlich über die steigenden Preise informieren. Erst nach dieser Frist darf an der Preisschraube gedreht werden. Erste Nachfragen von Kunden gibt es allerdings jetzt schon, so Efing.

Die höheren Strompreise werden vor allem ärmere Menschen besonders treffen. In Gladbeck sind von 75.000 Einwohner über 10 000 Menschen in Hartz-IV-Bezug. Jeder Euro mehr für Energie wird ihnen zu schaffen machen. Schon jetzt haben Verbraucher häufiger Probleme mit der Zahlung ihrer Energierechnung. Die ELE verzeichnet eine steigende Tendenz. Doch nicht jeder ignoriert die Strom- oder Gasrechnung so lange, bis der Hahn abgedreht wird. Die Zahl der Strom- oder Gassperrungen sei konstant, so Efing. Und nennt eine Zahl: Rund 250 Sperrungen gab es im ersten Halbjahr 2012 in Gladbeck.

 
 

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