Stadt setzt sich für den Erhalt der Geburtshilfe ein

Die betroffenen Hebammen und Anwalt Dr. Martin Löbbecke. v.l.: Alicja Zardecka-Lenkiewicz, Jadwiga Zimonczyk, Aurelia Niemczyk, Petra Konzels, Bärbel Rottmann.
Die betroffenen Hebammen und Anwalt Dr. Martin Löbbecke. v.l.: Alicja Zardecka-Lenkiewicz, Jadwiga Zimonczyk, Aurelia Niemczyk, Petra Konzels, Bärbel Rottmann.
Foto: Funke Foto Services
  • Bürgermeister führt Gespräche mit der Bezirksregierung wegen der beabsichtigten Schließung
  • Vizepräsidentin sichert Prüfung des Vorschlags von Krankenkassen und Krankenhausträgern zu
  • Überhang von 55 Betten in der Gynäkologie/Geburtshilfe in Bottrop, Gladbeck, Gelsenkirchen

Gladbeck..  Noch ist die Schließung der Geburtshilfe-Abteilung im St. Barbara-Hospital nicht beschlossen. Und die Stadtverwaltung hat ein großes Interesse daran, dass Gladbecker Kinder weiterhin im Gladbecker Krankenhaus geboren werden. Das machte Bürgermeister Ulrich Roland in Gesprächen mit Vertretern der Bezirksregierung in Münster und mit den Hebammen der Abteilung, die um ihre Arbeitsplätze fürchten, sowie ihrem Anwalt Dr. Martin Löbbecke deutlich.

Gegenüber Regierungsvizepräsidentin Dorothee Feller und Regierungsmedizindirektor Dr. Thülig hob Roland die hohe Bedeutung des einzigen Krankenhauses für Gladbeck hervor. „Das St. Barbara-Hospital ist hervorragend aufgestellt und von enormer Bedeutung für die Gesundheitsversorgung der Menschen. Es ist mit seinem guten Ruf auch ein bedeutender Standortfaktor, ein wichtiger Arbeitgeber und nicht zuletzt ein traditionsreicher Teil unserer Stadt.“An dem guten Ruf des Krankenhauses hätten Gynäkologie und Geburtshilfe einen wesentlichen Anteil, führte Roland weiter aus. Dazu sei eine gute Versorgung werdender Mütter und deren Kinder ein unverzichtbarer Baustein kommunaler Familienpolitik in einer als familienfreundlich geltenden Stadt.

55 Betten zuviel in drei Städten

Beschlossen sei bislang noch nichts, machte die Regierungsvizepräsidentin klar und erklärte, warum über eine komplette Schließung der Geburtshilfe in Gladbeck nachgedacht wird: Die Krankenkassen und der Krankenhausträger der Städte Bottrop, Gelsenkirchen und Gladbeck hätten diesen Vorschlag gemacht auf Grundlage des NRW-Krankenhausplans. Danach wurde errechnet, dass es zurzeit in den drei Städten 55 Betten in den Bereichen Gynäkologie/Geburtshilfe zu viel gebe. Die Entscheidung, wo und in welcher Form diese Betten eingespart werden, gebe weder das Land noch die Bezirksregierung den Krankenhausträgern und Krankenkassen vor. Deren Vorschlag zur Schließung in Gladbeck würde jetzt erst einmal geprüft und das Land voraussichtlich im Oktober informiert. Feller: „Seitens des Landes wird es dann ein umfassendes Beteiligungsverfahren geben, bei dem selbstverständlich auch die Stadt Gladbeck eingebunden wird“. Ziel sei es, dauerhaft eine umfassende, gute und wohnortnahe Versorgung der Bevölkerung sicherzustellen.

Eben daran habe die Stadt ein außerordentlich großes Interesse, betonte Roland. Zwar sei die Stadt weder Trägerin des St. Barbara-Hospitals – Träger ist die KKEL Kath. Kliniken Emscher Lippe – noch in den Entscheidungsgremien vertreten ist, zahlten Gladbecker Steuerzahler jährlich über 800000 Euro in die Krankenhausumlage ein, aus der die Investitionen in den Krankenhäusern gezahlt werden.

Lob für das hohe Engagement und die Professionaliät der Hebammen

Die Stellungnahme der Stadt soll im Haupt- und Finanzausschuss diskutiert und beschlossen werden.

Auch im Gespräch mit den Hebammen und ihrem Rechtsanwalt bekräftigte der Bürgermeister das große Interesse der Stadt am Erhalt der Geburtshilfe und lobte Engagement und hohe Professionalität der Hebammen. Weitere Gespräche folgen.

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