Stadt Gladbeck vor einem entscheidenden Autobahn-52-Herbst

Die Bundesstraße 224 in Gladbeck, in der Nähe der Kreuzung mit der Phönixstraße.
Die Bundesstraße 224 in Gladbeck, in der Nähe der Kreuzung mit der Phönixstraße.
Foto: FUNKE Foto Services
Das nächste Spitzengespräch in Berlin ist für 3. November terminiert. Bürgermeister Roland setzt auf einen geschlossenen Auftritt der Stadtdelegation.

Gladbeck..  Die Stadt Gladbeck vor einem heißen Autobahn-52-Herbst: Nun steht auch der nächste Gladbecker Gesprächstermin im Berliner Bundesverkehrsministerium fest - am Dienstag, 3. November, werden sich Bürgermeister Ulrich Roland (SPD) und weitere Delegationsmitglieder in der Hauptstadt mit dem Parlamentarischen Verkehrsstaatssekretär Enak Ferlemann (CDU) und Ministeriums-Fachleuten über die A-52-Perspektiven auf Gladbecker Gebiet unterhalten.

Nach der letzten Verhandlungsrunde am 6. März 2015 in Berlin war man zunächst von einem Termin im September ausgegangen. Doch diverse Terminüberlagerungen (zum Beispiel Städtepartnerschafts-Jubiläum und die Herbstferien) haben laut Stadt dazu geführt, dass nun in dieser Woche der November-Termin fest vereinbart worden ist.

„Seit 23. Juni haben wir uns um diese Terminvereinbarung bemüht, jetzt ist es festgezurrt“, sagte Bürgermeister Ulrich Roland am Freitag zur WAZ. Der Bürgermeister setzt darauf, dass die parteiübergreifend zusammengesetzte Stadt-Delegation, zu der etwa auch CDU-Fraktionschef Peter Rademacher gehört, wiederum geschlossen in Berlin auftritt und an einem Strang zieht. Roland zur WAZ: „Auch bei diesem Termin müssen wir alle der Stadt Bestes suchen.“

„Die bestmögliche Lösung für Gladbeck finden“

Was vor dem Hintergrund der aktuellen A-52-Debatte eine knifflige Aufgabe, ja eine echte Herausforderung ist: NRW-Verkehrsminister Groschek (SPD), der im Februar beim WAZ-Forum im Luther Forum zu Gast war, will die Autobahn 52 zwischen A 42 und A 2 nach eigener Aussage auf jeden Fall bauen; das würde auch ein A 52/A 2-Autobahnkreuz bei Wittringen bedeuten, dessen konkrete Ausgestaltung ein wichtiger Teil der Berliner Verhandlungen ist. Gladbeck wehrt sich weiterhin gegen einen „Überflieger“, also gegen eine Brückenkonstruktion für den Verkehr aus Richtung Essen in Richtung Oberhausen.

Roland sieht sich in Berlin in der Pflicht, die bestmögliche Lösung für Gladbeck zu finden. Das unterstrich der Bürgermeister am Freitag eindringlich gegenüber der WAZ. Im Falle eines weiteren A-52-Ausbaus auf städtischem Kerngebiet sind eine möglichst umfassende Tunnellösung und ein deutlich verbesserter Lärmschutz Gladbecker Kernforderungen, die in Berlin mit Nachdruck vertreten werden sollen.

Zurzeit laufen laut Stadtverwaltung noch Abstimmungsgespräche zwischen dem Land NRW und Gladbeck, unter anderem zu Fragen der Finanzierung, der Länge des Tunnels und der Gestaltung des Autobahnkreuzes A2/A 52, „damit am 3. November über einen gemeinsamen Vorschlag zur Lösung der Verkehrsprobleme auf der heutigen B 224 im Gladbecker Stadtgebiet gesprochen werden kann“.

Volmering hätte sich frühere Einbindung in die Terminveränderung gewünscht

Umfassende Tunnellösung, verbesserter Lärmschutz - das sind A-52-Positionen, denen auch der CDU-Bundestagsabgeordnete Sven Volmering zustimmt, der Anfang November ebenfalls am A 52-Spitzengespräch in Berlin teilnimmt. Volmering hätte sich nach eigener Aussage allerdings eine frühere Einbindung in die sich abzeichnende Terminveränderung gewünscht. „Das hätte die gute Kommunikation gefördert.“

Stadt Gladbeck weist Volmering-Kritik zurück

Diese Kritik wies die Stadt Gladbeck am Freitag in einer aktuellen Mitteilung zurück: „Es verwundert schon, dass Herr Volmering sich in einen laufenden Abstimmungsprozess mit dem Büro des Staatssekretärs mit der Falschinformation einmischt, der Termin sei verschoben worden.“ Die Stadt Gladbeck zumindest habe die Gladbecker Teilnehmer erst nach der endgültigen Terminverabredung mit dem Büroleiter von Herrn Ferlemann informiert.

 
 

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