Stadt Gladbeck rechnet mit der Zuteilung von Asylbewerbern

Erste Flüchtlinge bei der Ankunft in Unna-Massen in der ehem. Landesstelle
Erste Flüchtlinge bei der Ankunft in Unna-Massen in der ehem. Landesstelle
Foto: Henryk Brock
Auf etwa 1900 neue Asylbewerber monatlich muss sich allein das Land NRW laut Prognosen des Bundes einstellen. In Gladbeck laufen die Vorbereitungen. Größere Kapazitäten seien nicht vorhanden, man müsse aber jetzt ständig damit rechnen, „dass auch Gladbeck Flüchtlinge zugeteilt bekommt“.

Gladbeck.. Die Frage der Unterbringung der sprunghaft zunehmenden Zahl von Flüchtlingen und Asylbewerbern hat auch die Gladbecker Verwaltungsspitze erreicht. „Die Bezirksregierung Münster hat auch hier angefragt, ob wir größere Kapazitäten zur Unterbringung hätten“, so Sozialdezernent Rainer Weichelt. Das habe die Stadt verneint, man müsse aber jetzt ständig damit rechnen, „dass auch Gladbeck Flüchtlinge zugeteilt bekommt“.

Der Kreisverband des Deutschen Roten Kreuzes ist derweil bereits in das angelaufene Hilfesystem eingebunden. „Unser Einsatzstab ist von Sonntagabend bis Dienstagmorgen alarmiert worden, um mit 33 Mann und sieben Fahrzeugen die Aufnahmestelle in Unna-Massen zu unterstützen“, so Wilhelm Walter, Leiter des Einsatzstabes Gladbeck.

DRK Gladbeck alarmiert

Das zentrale Aufnahmestelle des Landes in Massen war 2009 aufgrund drastisch zurückgegangener Fallzahlen geschlossen worden und wurde jetzt reaktiviert. Bereits 318 Männer, Frauen und Kinder werden aktuell dort versorgt.

Auf etwa 1900 neue Asylbewerber monatlich muss sich allein das Land NRW laut Prognosen des Bundes einstellen. Dem gegenüber steht die beschränkte Kapazität der zentralen Erstaufnahmeeinrichtungen in Dortmund und Bielefeld mit normalerweise 1550 Plätzen.

Auch in Gladbeck sind in den letzen Jahren die meisten der einst 13 bestehenden Asylbewerberunterkünfte geschlossen worden. Der Bedarf sei nach der Hochzeit und Öffnung der Grenzen nach Osten, „wo Anfang der 90er Jahre mehr als 1000 Flüchtlinge in Gladbeck untergebracht waren“ immer weiter gesunken, so der Sozialdezernent. Zurzeit lebend 320 Asylbewerber in der Stadt. Die Kosten für Unterkunft und Verpflegung muss die Kommune tragen. Im Haushalt ist dazu eine sechsstellige Summe eingestellt worden.

Sollten weitere Flüchtlinge hinzukommen, verfügt die Stadt noch „über Notunterkünfte an der Winkelstraße in Zweckel sowie An der Boy neben der A 2 in Ellinghorst und über angemietete Wohnungen an der Friedenstraße“, informiert Rainer Weichelt. Unterkünfte, die der Sozialausschuss sich noch vor etwa einem Jahr angeschaut habe.

Mit nur begrenzten Kapazitäten für um die 50 Personen.

„Wir müssen nach dem Verteilungsschlüssel (rechts) damit rechnen, Flüchtlinge zugeteilt zu bekommen“, sagt Rainer Weichelt. Offenbar treibe auch der nahende Winter und die Not viele Menschen aus Serbien und Montenegro dazu, ihre Heimat zu verlassen. Eine humanitäre Krise, die letztlich auf politischer Ebene gelöst werden müsse.

 
 

EURE FAVORITEN