Sparpaket - weniger Service durch Personalabbau im Rathaus befürchtet

Marcus Esser
Blick auf das alte Rathaus: In der Stadtverwaltung sollen 50 Stellen eingespart werden, um den Haushalt zu entlasten.
Blick auf das alte Rathaus: In der Stadtverwaltung sollen 50 Stellen eingespart werden, um den Haushalt zu entlasten.
Foto: WAZ FotoPool
Die Stadt muss sparen. Die Frage ist nur: Wie wirkt es sich auf den Service für Bürger aus, wenn 50 Vollzeitstellen im Rathaus im Rahmen des Sparpaketes wegfallen?

Gladbeck. In vielen Bereichen ist die Stadt Dienstleister, und der Bürger Kunde. Ob der Kunde mit geringerem Service zu rechnen hat, wenn (wie vom Bürgermeister angekündigt) 50 der 760 Vollzeitstellen im Rathaus im Rahmen des Sparpaketes wegfallen? – ist eine berechtigte Frage. Auch, wo die Stellen wegfallen – um sich eventuell auf ein schrumpfendes Leistungsangebot einzustellen. Unsere Zeitung hakte im Rathaus beim Personalchef der Stadtverwaltung nach.

„Der Haushaltssanierungsplan ist der Bezirksregierung als Kommunalaufsicht jetzt vorgelegt worden“, sagt Berthold Barheier. „Er beinhaltet auch den beabsichtigten, sozialverträglichen Stellenabbau, der aber zu keiner Arbeitsverdichtung führen soll.“ Jede Stelle koste im Jahr durchschnittlich 50 000 Euro. Für das Plansoll gebe es bislang erst für die Hälfte, also 25 Stellen, konkrete Vorschläge, „wie Personal eingespart werden kann“, räumt der Personalchef ein.

Die Leiter der einzelnen Fachbereich waren aufgerufen, die Aufgaben in ihrem Hoheitsgebiet unter die Lupe zu nehmen und Sparpotenzial zu nennen. Das Ergebnis sei oft sehr kleinteilig, da häufig anteilige Potenziale, beispielsweise die Reduktion um eine Viertelstelle als Einsparmöglichkeit benannt wurde. In Summe 25 Stellen. Darunter aber auch Vollzeitstellen, die auf der Hand liegen, wie Stadtsprecher Peter Breßer-Barnebeck unterstreicht. So sei aufgrund der demografischen Entwicklung bereits klar, dass die Elsa-Brandström-Schule geschlossen werde, der weitere Standorte folgen könnten. „Und wo keine Schule mehr ist, muss auch nicht mehr geputzt werden.“ Neun Raumpfleger-Stellen gehören so zum Streichkanon.

Zudem kaum Bedarf gesehen wird mehr für den Erhalt der Übergangsheime (zwei Stellen). Außerdem wird Luft für insgesamt 2,5 Stellen im Bereich der Sekretariate gesehen, da seit geraumer Zeit einige Arbeit individuell via E-Mail erledigt wird, die früher Sekretärinnen erledigt haben (z.B. Aufnahme diktierter Benachrichtigungen).

„Wir sehen keinen Spielraum für Stellenabbau, ohne dass es der Bürger oder die Kollegen durch weiter Leistungsverdichtung und Arbeitsbelastung spüren“, sagt Personalrat Gerd Jankowski. 330 Stellen seien im Rathaus bereits seit 1987 eingespart worden. Nicht ohne Probleme, „da damit die dazugehörigen Aufgaben nur zum Teil wegfielen, und sie die verbliebenen Kollegen aufgebürdet bekommen haben.“ Er gehe fest davon aus, so Jankowski, dass die Bürger die Stellenreduktion spüren werden, indem Bearbeitungszeit länger, Öffnungszeiten reduziert, oder Angebote komplett wegfallen werden.“