Sparkasse schließt Sicherheitslücke

Geschlossen: Der Überweisungsbriefkasten an der Roßheidestraße.
Geschlossen: Der Überweisungsbriefkasten an der Roßheidestraße.
Foto: Oliver Mengedoht / FUNKE Foto Se
Die Sparkasse Gladbeck gibt die Briefkästen für Überweisungsträger an den SB-Filialen auf. Bankkunden zeigen Unverständnis für die Schutzmaßnahme.

Gladbeck..  Hans-Werner Schrödl (79) ist verärgert: Er sowie andere Sparkassenkunden in Brauck haben derzeit keine Möglichkeit mehr, Überweisungsträger an der SB-Filiale Roßheidestraße einzuwerfen. Die Bank legte die Briefkästen vor kurzem aus Sicherheitsgründen an allen Selbstbedienungs-Stationen still und verweist ihre Kunden auf andere Geschäftsstellen. In Brauck/Rosenhügel wären das die Filialen an Horster Straße und Hügelstraße.

Alternativlösungen gesucht

„Was machen denn jetzt alte Leute, die nicht zu den Ausweichfilialen kommen?“, fragt Schrödl erbost. „Ich bin auch schon von anderen Sparkassenkunden vor Ort angesprochen worden, denen ich nicht weiterhelfen konnte – es ist eine Zumutung“, ergänzt er aufgebracht. Die Bank habe bisher auf seine Anfrage, ob es Alternativen gebe, nicht reagiert.

Das tut sie jedoch auf WAZ-Nachfrage. „Sicherheit geht vor“, sagt Mathias Bludau, Pressesprecher. „Wir haben uns an den SB-Geschäftsstellen dazu entschieden, die Briefkästen für Überweisungsträger zu schließen, weil sogenannte Fishingtechniken bei Betrügern häufiger zum Einsatz kommen. Sie angeln sich die Scheine aus den Behältnissen.“ Vorbeugen sei in diesem Fall besser als einen Schaden zu riskieren.

Bludau verweist darauf, dass es für ältere Kunden Alternativen gebe – selbst wenn diese nicht zu den benachbarten Filialen kommen könnten: „Es empfiehlt sich, das Online-Banking-Verfahren zu nutzen, das Konto auf Lastschrift umzustellen oder die Überweisungen per Post zu schicken – auch wenn es länger dauert.“ In Einzelfällen stehe jederzeit der Kundenberater bereit, um individuelle Lösungen zu finden und abzusprechen.

Die Umstellung an den SB-Stationen sei notwendig geworden, da dort kein Personal im Einsatz sei. Bludau: „Auf anderem Wege können wir die Sicherheit nicht garantieren. Die Kästen werden nicht jeden Tag geleert.“

Überweisungssicherheit ist nicht nur ein Thema der Sparkasse. Auch die Volksbank weiß um die Relevanz. „Uns sind zwar keine konkreten Betrugsfälle bekannt, die Schadensquote hat sich in letzter Zeit auch nicht erhöht – dennoch hat der Schutz vor Betrug die höchste Priorität“, sagt Marketingleiter Wilhelm Uhlenbruch. Allerdings ist die Situation im Vergleich zur Sparkasse eine andere: Es gibt bei der Volksbank keine Geschäftsstellen mit SB-Center.

Die Sparkasse geht also auf Nummer Sicher. Bei der Polizei Recklinghausen hat es bislang jedoch noch keine Anzeigen zu vermehrtem Überweisungsbetrug oder Einbrüchen in Bankbriefkästen gegeben. Ramona Hörst, Pressesprecherin: „Es sind keine Fälle gemeldet worden. Uns ist nichts Weiteres bekannt.“

 
 

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