Sonne, Mond - und viel Nebel in Gladbeck am Freitagmorgen

Viel Nebel, wenig Sonnenfinsternis. In Gladbeck waren die Bedingungen nicht ideal. Trotzdem wollten einige Interessierte mit Julian Weßel nach der Sonnenfinsternis schauen.
Viel Nebel, wenig Sonnenfinsternis. In Gladbeck waren die Bedingungen nicht ideal. Trotzdem wollten einige Interessierte mit Julian Weßel nach der Sonnenfinsternis schauen.
Foto: FUNKE Foto Services
Julian Weßel aus Gladbeck ist Hobby-Astronom. Die Sonnenfinsternis wollte er sich mit seinem Teleskop im Jovypark anschauen. Trotz des Nebels.

Gladbeck.. Es sollte ein faszinierendes Naturschauspiel werden, doch es gab nur Nebel. Die partielle Sonnenfinsternis am Freitag verkam in Gladbeck durch den dichten Nebel zur Farce.

Auch alle Anstrengungen von Julian Weßel (22) nutzten nichts. Er fieberte dem Ereignis wohl so entgegen wie nur Kleinkinder ihrem eigenen Geburtstag, doch auch bestes Equipment nutzte nichts.

Um 7.30 Uhr machte sich Julian Weßel auf zum Jovyplatz. Mit seinem Teleskop, einer großen Batterie, Filter und weiteren Utensilien baute er sein Equipment auf und hoffte so einen unvergleichlichen Blick zur verfinsterten Sonne zu erhaschen.

„Schon seit meiner jüngsten Kindheit interessiere ich mich für das Universum“, so Weßel. Alles fing einst auf dem Ratsgymnasium an. In der Astronomie AG, unter der Leitung von Klaus-Peter Vogel, kam Weßel auf dem Geschmack. Seitdem hat der junge Gladbecker, der nun im vierten Semester Geophysik studiert, ein durchaus teures Hobby. An die 3000 Euro kostet die Apparatur, die Weßel unter freiem Himmel präsentiert. „Es gibt da keine Grenze nach oben, und man möchte eigentlich immer noch besseres Material haben.“ Und was macht die Faszination Astronomie aus? „Ich sehe wie das Universum funktioniert. Es gibt so viel zu sehen, etwa wie die Ringe um den Saturn schweben. Faszinierend!“

„Wo ist denn nur die Sonne?“

Zurück am Jovyplatz: „Wo ist denn nun die Sonne“, fragt Passantin Saskia Kernig (17) beim Blick in das Teleskop verwundert. Nicht zum ersten Mal muss Julian Weßel erklären, dass es heute hier nichts zu sehen gibt. „Ich bin enttäuscht“, wettert Kernig. Orcun Cinel (21) ist ebenfalls die gute Laune vergangen. „Seit einem Monat warte ich auf diese Symbiose von Mond und Sonne. Das ist einfach ärgerlich.“ Der eine oder andere Passant fragt am Jovyplatz nach, ob er nicht auch einmal einen Blick durch das Okular am Teleskop werfen dürfe. „Na klar“, so Weßel. „Dafür habe ich es aufgebaut.“ Sogar einen neuen Filter bestellte sich Weßel für die Sonnenfinsternis.

Ein Schnappschuss für die Ewigkeit konnte der Butendorfer letztlich doch noch ergattern. Zwischenzeitlich machte sich der Student mit seiner Kamera auf den Weg nach Gelsenkirchen in den Nordsternpark. Und eine Wolkenlücke brachte ihm sein persönliches „Sieger-Foto“: Der Mond schob sich vor die Sonne und im Hintergrund ziert die Herkules-Statue das Bild. „Ich war richtig nervös. Dieses Foto ist großartig.“

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