Siedler haben gute Arbeit geleistet

Volles Haus bei Kleimann-Reuer: 240 Siedler informierten sich hier über den Kanal-TÜV.
Volles Haus bei Kleimann-Reuer: 240 Siedler informierten sich hier über den Kanal-TÜV.
Foto: WAZ Gladbeck

Gladbeck..  137 000 Mitglieder in NRW, 2250 allein in Gladbeck - dass jetzt nach jahrelangem Ringen die allgemeine Prüfpflicht für Abwasserkanäle vom Tisch ist, kann auch als ein Erfolg der Siedlerverbände gelten, die als Lobby der Hausbesitzer wirksame Arbeit geleistet haben.

Das zeigte sich jetzt auch nochmals am Abend des 18. Oktobers, als 240 (!) Siedler in den Saal der Gaststätte Kleimann-Reuer in Alt-Rentfort kamen, um sich über den aktuellen Stand zum Thema Kanal-TÜV zu informieren.

Auch Landtagsabgeordneter Michael Hübner (SPD) weiß um die Sensibilität des Themas, auch er war neben Bürgermeister Ulrich Roland bei dieser Gelegenheit vor Ort, um die Bürger sozusagen aus erster landespolitischer Hand zu informieren.

In der nächsten Woche ist das Thema Kanal-TÜV nun nochmals Tagesordnungspunkt im NRW-Landtag, dann soll endgültig Klarheit herrschen. Wie diese Klarheit aussieht, hat Michael Hübner in seiner Eigenschaft als kommunalpolitischer Sprecher der SPD-Landtagsfraktion bereits skizziert: Für Wohnhäuser außerhalb von Wasserschutzgebieten wird es keine Prüf-Fristen geben, also auch keine allgemeine Prüfpflicht, wie sie ja zunächst vorgesehen war.

Kanal-TÜV-Diskussion brachte Rückenwind für Siedlerverbände

Innerhalb von Wasserschutzgebieten soll die Prüfpflicht allerdings mit entsprechenden Fristen weiterhin gelten - in Gladbeck sind dabei vor allem Wohn- und Siedlungsbereiche nördlich der Redenstraße und nördlich der Tunnelstraße in Zweckel betroffen, erläutert Klaus W. Rottmann, der Gladbecker Kreis-Chef der Siedler.

Klaus W. Rottmann machte gegenüber der WAZ am Donnerstag auch nochmals deutlich, dass aus Sicht der Siedlerverbände eine allgemeinde Prüfpflicht nicht angemessen gewesen wäre. „Damit hätte man mit Kanonen auf Spatzen geschossen.“

So ärgerlich und teils nervenaufreibend das Thema Kanal-TÜV für die Siedler auch war, so sehr konnten sie im Zuge dieser Diskussion den Wert ihrer Lobby-Arbeit verdeutlichen: Im Jahr 2011 verzeichneten die Siedlerverbände in Gladbeck 268 neue Mitglieder. Gladbeck kann damit die höchste Steigerung der Mitgliederzahl in ganz NRW vorweisen. Drei Siedlungen kamen 2011 neu im Stadtgebiet hinzu. Die Siedlerverbände bieten u.a. Rechtsberatung und Steuerberatung sowie günstige Einkaufsmöglichkeiten bei Partnerfirmen, vor allem auch aus dem Bau - und Heimwerkerbereich.

„Tatsächlich hat die Diskussion um den Kanal-TÜV vielen Menschen vor Augen geführt, dass eine Mitgliedschaft bei uns im Alltag sehr viel bringen kann“, sagt Klaus W. Rottmann.

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