Schweizer Team holt den Gordon-Bennett-Pokal

Sind bestens drauf: die Piloten Matthias Zenge und Wilhelm Eimers, sowie Organisator Sebastian Eimers (v.l.) mit Jack Russel „Gordon“ nach der Rückkehr zur Ballonwiese in Wittringen.
Sind bestens drauf: die Piloten Matthias Zenge und Wilhelm Eimers, sowie Organisator Sebastian Eimers (v.l.) mit Jack Russel „Gordon“ nach der Rückkehr zur Ballonwiese in Wittringen.
Foto: SUI-01/Römhild
  • Die Siegerpiloten von SUI-01 landen nach über 1800 Kilometern in Zentral Griechenland
  • Härtestes Ballonrennen der Welt endet am 21. September um 10.30 Uhr morgens
  • Heimisches Ex-Weltmeisterteam Zenge/Eimers landet bei Lyon und erreicht den zehnten Platz

Gladbeck..  Er rennt wie ein Wiesel über die Ballonwiese, wirbelt die Tennissocke zwischen den Zähnen hin und her. Jack-Russel-Rüde „Gordon“ (!) ist außer sich: Herrchen Wilhelm Eimers ist zurück. Der holte beim Gordon-Bennett-Rennen mit Matthias Zenge den zehnten Platz. Das härteste Gasballonrennen der Welt ging gestern mit dem Sieg des Schweizer Teams SUI-01 zu Ende. Der Ballon landete um 10.30 Uhr nach 1803,48 Kilometern in Griechenland.

Die beiden Weltmeister von 2014 wirken überhaupt nicht enttäuscht oder angeschlagen – trotz wenig Nachtruhe, langer Fahrt zurück und kurzem Nickerchen im Hotelbett. Gleich geht’s zum Frühstück an den gedeckten Tisch vor dem Vereinsheim auf der Ballonwiese in Wittringen. Brötchen, Belag und heiße Getränke warten.

Wenige Stunden zuvor, am Dienstagabend um 18.50 Uhr landeten sie nach 663,58 Kilometern westlich von Lyon. „Wir erwischten eine schöne Wiese, mussten uns nur ein paar Kühe vom Leibe halten“, erzählt Matthias Zenge, seit zehn Jahren Pilotenpartner von Eimers. Beide holten bereits die Weltmeisterschaft, wurden dreimal Zweiter, verstehen sich bestens und sind zum Scherzen aufgelegt. Eimers: „Bis zum zehnten Platz gibt es noch eine Urkunde, die wollten wir uns natürlich holen.“

Hat geklappt und fast noch ein wenig mehr. Eimers weiter: „Wenn das Wetter sauber gewesen wäre, dann hätten wir den Kampf aufgenommen.“ Eimers/Zenge wollten diesmal nicht hoch über die Alpen fahren, wählten die Rhonetal-Tour, um Richtung Sardinien zu fahren. Die drei Erstplatzierten und zwei weitere Ballone hingegen stiegen auf über 5000 Meter Höhe, fuhren mit einem Affenzahn direkt über die Alpen.

Doch das ist extrem anstrengend, so Zenge: „Es geht nur mit permanentem Sauerstoffeinsatz per Schlauch.“ Und „da waren wir beide nicht scharf drauf“, ergänzt der 66-jährige Eimers, der das alles in seinem langen Ballonfahrerleben erlebt hat und offen zugibt: „Ich wollte mich bei meinem wohl letzten Rennen nicht noch zerlegen.“ Also hielten beide Abstand vom drohenden Gewitter über Italien, akzeptierten das Nichterreichenkönnen der Spitze und landeten wie übrigens alle Teilnehmer sicher auf der Erde.

 
 

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