Schlussstrich wird unter Brauereihotel-Pleite in Gladbeck gezogen

Marcus Esser
Im Insolvenzverfahren: Das Brauereihotel Alte Post.
Im Insolvenzverfahren: Das Brauereihotel Alte Post.
Foto: WAZ
Nachdem die Tochter des früheren Schalke-Managers Rudi Assauer, Bettina Michel, das Brauereihotel "Alte Post" in Gladbeck in die Insolvenz geführt hat, soll nun ein Schlussstrich in der Sache gezogen werden. Das Insolvenzverfahren am Amtsgericht Essen kommt auf den Weg - vermutlich ab September. Eine gute Nachricht für die 20 Ex-Beschäftigten, die noch immer auf ausstehende Löhne warten.

Gladbeck. Das Amtsgericht in Essen hat das Verfahren eingeleitet, damit ein Schlussstrich unter die Pleite des Brauereihotels „Alte Post“ gezogen werden kann. Zum vorläufigen Insolvenzverwalter wurde der erfahrene Rechtsanwalt Eberhard Stock bestellt. Zu seinen Aufgaben gehört es auch, die Geschäftsführung von Bettina Michel unter die Lupe zu nehmen.

Wie berichtet, war die Tochter des Ex-Schalke-Managers Rudi Assauer im Vorjahr zunächst als Betriebsleiterin bei der „Alten Post“ eingestiegen. Auch in der Hoffnung, wie Brauhaus-Gründer Jörg Mehl unserer Zeitung erzählte, dass das einstige Schalker-Original durch häufige Besuche mehr Publikum in das gastronomische Sorgenkind zieht.

Ein Sorgenkind in Sachen Geschäftsführung

Ein Sorgenkind in Sachen Geschäftsführung scheint aber Bettina Michel selbst gewesen zu sein, die zum Jahreswechsel 2011/12 das Brauereihotel federführend erwarb und bis zur Zahlungsunfähigkeit Anfang Juni führte. Denn die Vermutung der Mitarbeiter, dass die Assauer Tochter mit der Geschäftsführung enorm überfordert war, bestätigt auch Insolvenzanwalt Eberhard Stock: „Trotz der Beteuerungen der Geschäftsführerin, alles sei in bester Ordnung und alle Unterlagen beim Steuerberater einsehbar, konnte ich keine kontinuierliche, nachvollziehbare Buchhaltung, auch bezogen auf Lohnabrechnungen, auffinden.“

Immerhin entdeckte der Fachanwalt bei seinen Recherchen ein Geschäftskonto, das noch mit einer kleineren, fünfstelligen Summe gedeckt war. Ein Betrag, der nicht ausreichen wird die Forderungen der Schuldner von etwa 80.000 Euro zu begleichen (45.000 Euro offene Miete GWG, 8500 Euro offene Bierlieferung, 3000 Euro offene Sondernutzungsgebühr für Außengastronomie und ausstehende Lohnzahlungen).

Verfahren eröffnen

Aber ein Betrag der ausreichen wird, um die Kosten für ein Insolvenzverfahren zu decken, so dass damit zu rechnen ist dass das Gutachten des vorläufigen Insolvenzverwalters dem Amtsgericht empfehlen wird, das Verfahren zu eröffnen (vermutlich im September).

Wichtige Nachricht für die mehr als 20 Ex-Beschäftigten des Brauereihotels, da mit Verfahrenseröffnung auch für drei Monate rückwirkend Insolvenzausfallgeld auf ausstehenden Lohn gezahlt werden kann. Fachanwalt Stock kann bei Rückfragen von den Mitarbeitern kontaktiert werden. Er empfiehlt generell, selbst die Kündigung einzureichen, um Arbeitslosengeld zu erhalten. „Eine Sperre muss dabei nicht befürchtet werden.“