Schlägerei trotz Präventiv-Maßnahmen

Foto: WAZFotoPool

Gladbeck. Trotz Einsatzes und vieler Aktionen des Jugendamtes sowie massivem Polizeieinsatz kam es am Rande des Appeltatenfestes in Gladbeck schon wieder zu Ausschreitungen hinterm Rathaus. Die Ausschreitungen erinnern an den Fall "Kevin" vom Mai.

Die gewalttätigen Ausschreitungen unter Jugendlichen auf dem Platz hinter dem Rathaus am Appeltatenfest-Sonntag erinnern an den Fall Kevin aus dem vergangenen Mai bei „Gladbeck total“. Die Situation eskalierte trotz präventiver Vorbereitung und trotz der Präsenz der Ordnungsbehörden erneut. Selbst Vertreter verschiedener Migrationsverbände waren vor Ort, um auf ihre Landsleute beschwichtigend einzuwirken, wie die Polizei mitteilte. Offensichtlich vergeblich.

Aufklärung über Alkoholmissbrauch

Das Jugendamt wollte der Gefahr mit einer besonderen Präventionsmaßnahme begegnen: Statt die Jugendlichen sich selbst zu überlassen, richtete man einen Infostand auf dem Platz hinter dem Rathaus ein, mischte sich unter die Menge, betrieb Aufklärung über Alkoholmissbrauch - und sammelte Spenden für Kevin. Der 22-Jährige war im Mai bei "Gladbeck Total" so schwer zusammengeschlagen worden, dass er bis heute im Wachkoma liegt. Unterstützung erhielten die etwa 15 Mitarbeiter des Jugendamts, die an diesem Abend freiwillig im Einsatz waren, von der Polizei, die mit insgesamt zehn Beamten auf dem Platz vertreten war.

Kerstin Franzke von der Stadtjugendförderung betont: „Zwar sind wir die Organisatoren dieses Pilotprojekts, im Grunde aber geschieht dies auf Initiative der jungen Menschen in Gladbeck selbst.“ So hatten sich beispielsweise über Facebook einige Jugendliche zusammengetan, um mit ihren Künsten auf dem Skateboard zu beeindrucken - und die Stimmung aufzulockern. „Unser Ziel ist es“, so Franzke weiter, „eine möglichst entspannte Atmosphäre zu schaffen. Wir wollen den jungen Menschen ein Gefühl der Sicherheit geben, ihnen zeigen, wie friedliches Miteinander funktioniert.“

Und wie kam die Aktion bei den Jugendlichen selbst an? Die Präsenz der Mitarbeiter des Jugendamts wurde positiv aufgenommen, tatsächlich hoben viele der Anwesenden - vor den späteren Rangeleien - das von ihnen empfundene „Gefühl der Sicherheit“ hervor. Geteilt hingegen waren die Meinungen zur Anwesenheit der Polizei.

Den ganzen Abend den Beamten gegenüberzustehen sei ein mulmiges Gefühl, war von vielen der jugnen Leute zu hören. Was aber mit Sicherheit auch daran lag, dass die Ordnungshüter geltendes Recht durchsetzten und hochprozentigen Alkohol im Besitz einer großen Anzahl Minderjähriger beschlagnahmten.

 
 

EURE FAVORITEN