Schachtzeichen, die Zweite

Am Samstag, den 21.05.2011, wurde am Karo an der Schachtstraße die Austellung "Gladbecker Schachtzeichen" von der IG BCE eröffnert. Foto: Jan Dinter / WAZ FotoPool
Am Samstag, den 21.05.2011, wurde am Karo an der Schachtstraße die Austellung "Gladbecker Schachtzeichen" von der IG BCE eröffnert. Foto: Jan Dinter / WAZ FotoPool
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„Liebe Freunde, herzlich willkommen zum Schachtzeichen 2011“, begrüßte Walter Hüßhoff die Gäste freudig. Und dazu hatte er allen Grund. Denn das Mitglied des Geschichtskreises Graf Moltke und seine Mitstreiter wollen die Kulturhauptstadt nicht Vergangenheit sein lassen und riefen kurzerhand eine Neuauflage der Schachtzeichen-Aktion für den Zechenstandort ins Leben, an dem heute der Freizeittreff Karo steht.

„Jeder hat im letzten Jahr gesagt, wir müssen den Schwung aus dem vergangenen Jahr mitnehmen“, so Hüßhoff. „Unsere Antwort ist diese Veranstaltung. Es darf nicht Schluss sein mit der Kultur, die aus der Tradition erwächst und die wir weitergeben an unsere Kinder.“

Eine Woche lang lässt der Geschichtsverein, gemeinsam mit Unterstützern wie der IGB CE und der Revierarbeitsgemeinschaft für kulturelle Bergmannsbetreuung, die Aktion vom letzten Jahr wieder aufleben. Am Samstag wurde eine Ausstellung zur Geschichte der Stadt Gladbeck eröffnet. Großes Gewicht hat hierbei die Bergbaugeschichte. „Durch die ist Gladbeck vom Dorf zur wunderschönen Stadt geworden.“ Und auch die Arbeit der Bergleute ist hier dargestellt.

Am heutigen Montag kommt ein zweites Element dazu. Bis Freitag findet immer von 14 bis 17 Uhr ein Erlebnisprojekt zum Leben der Bergarbeiter statt. Jung und Alt erfahren hier nicht nur Wissenswertes über das Leben der Vorfahren. „Man kann auch vieles ausprobieren. Die Kinder können einmal Wäsche mit dem Waschbrett waschen oder einen Lumpenfußball herstellen“, so Hüßhoff.

Am Mittwoch steht zudem ab 15 Uhr ein Maifest für die Kleinen auf dem Programm. Und der Freitag ist zum „Tag der Arbeitnehmerschaft“ gekürt, an welchem ab 17 Uhr geselliges Zusammensein am Lagerfeuer im Vordergrund steht.

Besonderen Wert legte Walter Hüßhoff dabei auf die Einbeziehung der Jugend. „Zukunft kann nur die Jugend gestalten, nicht die Alten“, ist er überzeugt und ging ungewöhnliche Wege. Bevor am Samstag nämlich das von Klaus Herzmanatus von Hugo Schacht 2 geliehene Schachtzeichen steigen gelassen wurde, trat die Breakdance-Gruppe „Zweckel Zoo“ auf. Die sieben Jugendlichen begannen ihre Show mit dem Traditionslied „Glück Auf, der Steiger kommt“ und setzten das tänzerisch um. Ihr Zeichen dafür, dass auch der Jugend die Tradition am Herzen liegt.

Auch Bürgermeister Ulrich Roland zeigte sich von so viel Engagement begeistert. Da blieben bei ihm nur zwei Wünsche offen: „Dass wir die Begeisterung, die wir im letzten Jahr erlebt haben, in dieser Woche weiter tragen.“ Der zweite Wunsch des Stadtoberhauptes fand ähnlich viel Anklang. „Dass Schalke mit dem Pott nach Hause kommt.“ Und zumindest dieser Wunsch wurde noch am selben Tag erfüllt.

 
 

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