„Rückkehr zum Anstand“

Am Samstag, 10. März, wieder in der City mit einem Infostand präsent: die „Für Gladbeck“-Aktiven. Foto: Heinrich Jung
Am Samstag, 10. März, wieder in der City mit einem Infostand präsent: die „Für Gladbeck“-Aktiven. Foto: Heinrich Jung
Foto: WAZFotoPool
In 14 Folgen hat die WAZ seit Mitte Januar bereits Positionen in der aktuellen A-52-Debatte beschrieben. Hier nun die Position der am 22. Februar neu gegründeten Bürgerinitiative „Für Gladbeck“.

Gladbeck..  Die am 22. Februar neu gegründete Bürgerinitiative „Für Gladbeck“ fordert eine A-52-Diskussion ein, „die den Anstand und die Regeln der Fairness beachtet“. Über 50 Mitglieder zählt die Initiative nach Angaben des Vorsitzenden, Klaus Dyba, mittlerweile.

Dyba, ehemaliges SPD-Ratsmitglied, leitet ein siebenköpfiges Vorstandsteam, das sich künftig neben dem A-52-Thema zum Beispiel auch um Fragen der Innenstadt-Entwicklung und des Miteinanders der Generationen kümmern will. Die Initiative-Aktiven betonen: „Wir gehören keiner Seilschaft an. Wir sind keiner Partei verpflichtet. Wir arbeiten partei-übergreifend und stehen allen Bürgern offen gegenüber.“

In einem Pressegespräch im Empfangsraum des Rathauses stellte sich die Initiative jetzt in Anwesenheit von Bürgermeister Ulrich Roland nochmals der lokalen Öffentlichkeit vor. Die Initiative tritt bekanntlich für den A-52-Ausbau in der vorgeschlagenen Form mit 1,5-Kilometer-Tunnel ein.

Doch noch mehr als das Ausbau-Projekt selbst stand bei dem Pressegespräch die Qualität der A-52-Diskussion im Blickpunkt.

„Wir dürfen das Thema A 52 nicht allein den Ausbau-Gegnern überlassen“

„Diese Diskussion ist oft von Polemik und Unsachlichkeit geprägt“, sagte Walter Hüßhoff von „Für Gladbeck“. Wenn man manche Beiträge in Leserbriefen oder Internetforen zur Kenntnis nehme, gewinne man den Eindruck, man lebe in einer Bananenrepublik und nicht in der Bundesrepublik Deutschland, so der IGBCE-Gewerkschafter.

Walter Hüßhoff: „Wir leben aber nicht in einer Bananenrepublik, sondern in einem demokratischen Gemeinwesen.“

Trotzdem, so Hüßhoff weiter, werde Bürgermeister Ulrich Roland, der „Erste Bürger dieser Stadt“, von A-52-Ausbaugegnern in der Öffentlichkeit als Lügner dargestellt und immer wieder auf eine unsachliche und wahrheitswidrige Weise kritisiert. Das sei nicht in Ordnung, und dem müsse Einhalt geboten werden von Bürgern, die auf eine „sachgerechte Diskussion“ setzen.

„Für Gladbeck“ geht es nach eigenen Angaben um „klare Statements“ und auch um eine pragmatische lokale Sicht des A-52-Themas. „Wir dürfen das Thema A 52 nicht allein den Kritikern und Ausbau-Gegnern überlassen“, sagen Klaus Dyba und seine Vorstandskollegen. Ganz NRW schaue auf Gladbeck und den kommenden Ratsbürgerentscheid. Insofern seien diese Wochen auch eine Bewährungsprobe für die gesamte Stadtgesellschaft. Dyba: „Wir glauben, dass unsere Initiative das nötige Vertrauen der Bürger bekommt.“

 

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