Roland schreibt an Ferlemann - „ein wichtiges A-52-Signal“

A-52-Termin im Rathaus im Dezember 2011 mit dem damaligen NRW-Verkehrsminister Voigtsberger, Bürgermeister Ulrich Roland und Verkehrsstaatssekretär Enak Ferlemann (von links).
A-52-Termin im Rathaus im Dezember 2011 mit dem damaligen NRW-Verkehrsminister Voigtsberger, Bürgermeister Ulrich Roland und Verkehrsstaatssekretär Enak Ferlemann (von links).
Foto: WAZ FotoPool
Die dichte A-52-Debatte der letzten Tage setzt sich mit unvermindertem Tempo fort. Bürgermeister Ulrich Roland (SPD) greift die jüngste A-52-Aussage von Verkehrsstaatssekretär Enak Ferlemann auf, dass man in Berlin bereitstehe, „um in Gladbeck Lösungen zu finden“. Roland: „Ein wichtiges Signal!“

Gladbeck..  „Wir stehen bereit, um in Gladbeck Lösungen zu finden!“ Enak Ferlemann, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium, sagte diesen Satz beim offiziellen Spatenstich für den sechsspurigen A-43-Ausbau am Dienstag dieser Woche in Recklinghausen - und bringt damit die lokale A-52-Diskussion in Gladbeck mächtig auf Trab.

Die Stadtspitze hat bereits reagiert und ein persönliches Schreiben an Ferlemann geschickt, in dem Bürgermeister Ulrich Roland (SPD) die Aussage des Staatssekretärs ausdrücklich begrüßt: „Dies ist ein wichtiges Signal!“

Er verstehe diesen Satz so, „dass auch Sie bereit sind, eine Lösung der bestehenden Verkehrsprobleme auf der gesamten Teilstrecke der B 224 auf Gladbecker Stadtgebiet zwischen Stadtgrenze Bottrop und der Stadtgrenze Gelsenkirchen zu finden“, formuliert Bürgermeister Ulrich Roland in seinem Brief an Enak Ferlemann. Und weiter heißt es im Schreiben der Stadtspitze: „Ihren Hinweis, ‚auch das Angebot an die Gladbecker, die Autobahn in einen Tunnel zu legen, gelte noch‘, verstehe ich so, dass eine Lösung dieser Verkehrsprobleme nicht am fehlenden Geld scheitern wird.“ Vor diesem Hintergrund schlägt Roland ein gemeinsames Gespräch zum A-52-Thema vor.

Groschek, Ferlemann und der A-52-Streit - der Spatenstich an der A-43-Trasse in Recklinghausen hat damit der A-52-Debatte in Gladbecker innerhalb von wenigen Tagen neue und unerwartete Impulse gegeben, wozu auch das jetzt vorliegende Angebot der CDU gehört, sozusagen eine Große Koalition in Sachen Autobahn 52 im Stadtrat zu bilden, um eine nach Einschätzung der Union für Gladbeck „halbherzige Lösung“, nämlich den Teilausbau zwischen A 42 und A 2, zu verhindern.

„Der Stau zwischen Buer und Steinstraße ist das zentrale Problem“

Auch Bürgermeister Ulrich Roland betont in seinem Brief an Ferlemann noch einmal ausdrücklich, dass der derzeit von Straßen.NRW beabsichtigte Teilausbau der B 224 zwischen A 42 und A 2 „kein Beitrag zur Lösung der Verkehrsprobleme im nördlichen Ruhrgebiet“ sei. Im Gegenteil bedeute das für Gladbeck und die gesamte Region eine Verschlechterung. Roland: „Das zentrale Verkehrsproblem auf der B 224 auf Gladbecker Stadtgebiet ist der Stau zwischen Gelsenkirchen-Buer und der Abfahrt Gladbeck-Steinstraße. Durch den jetzt vorgesehenen Teilausbau zwischen A 42 und A 2 wird dieser Stau nicht aufgelöst, sondern nur weiter verstärkt.“

Auch die CDU stellt in ihrem Angebot an die SPD zur Bildung einer großen A-52-Ratskoalition neben den lokalen die regionalen Aspekte des Projekts heraus: „Die gesamte Region (Regionalverband Ruhr, Kreis Recklinghausen und unsere Nachbarstädte Essen, Gelsenkirchen und Bottrop) wollen dringend den Ausbau der B 224 zur A 52.“ Für die CDU stehe an allerster Stelle die ganzheitliche Betrachtung der Ausbaustrecke zwischen Essen und Gelsenkirchen-Buer sowie eine stadtverträgliche und bürgerfreundliche Lösung des Projektes.

Die A-52-Debatten werden mit unverminderter Härte weitergehen

Die A-52-Debatten werden gleichwohl - das darf man getrost vermuten - in Gladbeck mit unverminderter Härte weitergehen: Der insgesamt 550 Millionen Euro teure, sechsspurige Ausbau der A 43 zwischen dem Recklinghäuser Norden und dem Bochumer Süden könne eine durchgehende A 52 nicht ersetzen, argumentieren die Autobahnbefürworter, die auf die entsprechende Verkehrsprognosen verweisen. Matthias Raith vom Bürgerforum Gladbeck bezieht zum Beispiel eine genau entgegengesetzte Position: Er hält die A 43 für eine geeignete, zentrale Nord-Süd-Autobahn im Revier, die auch den Gladbecker B-224-Verkehr aufnehmen könne. So werde ein Rückbau der Bundesstraße 224 zur Stadtstraße möglich.

„Gemeinsam zum Wohle der Stadt handeln“

Auf das Angebot der Union zur Bildung einer Großen A-52-Koalition im Rat reagierte SPD-Fraktionschef Michael Hübner am Freitag wie folgt: „Ich bewerte es positiv, dass nun die CDU die Initiative von Bürgermeister Roland aufgreift. Offenbar haben die zuletzt stattgefundenen Beratungen der CDU zum Haushalt in Zwillbrock mit Bürgermeister Roland zu dieser Positionierung geführt. Letztlich haben die Gladbecker Bürger in dieser zentralen Frage der Stadtentwicklung die richtige Erwartungshaltung, dass SPD, Grüne und CDU gemeinsam zum Wohle der Stadt handeln.“

 
 

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