RBH Logistics plant Abbau von weiteren 193 Jobs in Gladbeck

Georg Meinert
Ein längst vergangenes Bild: Das Werkstatt-Areal hat RBH bereits aufgegeben, im Oktober wird es der RAG zurückgegeben.
Ein längst vergangenes Bild: Das Werkstatt-Areal hat RBH bereits aufgegeben, im Oktober wird es der RAG zurückgegeben.
Foto: WAZ FotoPool
Der RBH Logistics GmbH droht ein weiterer personeller Aderlass: 193 Jobs sollen - nachdem jüngst erst 200 Arbeitsplätze abgebaut wurden - erneut bis Ende 2019 in Gladbeck gestrichen werden. Entsprechende WAZ-Informationen bestätigte jetzt auf Anfrage der RBH-Betriebsratschef Ingo Bleyl.

Gladbeck. Der Personalabbau treffe alle Bereiche, so heißt es, „vom Disponenten bis zu Reinigungskräften“. Der Betriebsratsvorsitzende bestätigte, dass die ersten RBH-Mitarbeiter bereits 2015 gehen sollen. „Da ist eine Menge Druck auf dem Kessel.“ Bei einer Belegschaftsversammlung am kommenden Sonntag will die Geschäftsführung Details vorstellen.

Hintergrund für den weiteren Stellenabbau beim Traditionsunternehmen sind das Auslaufen des Bergbaus und weitere Transportaufträge, die dadurch wegfallen und offenbar nicht kompensiert werden können. BR-Chef Bleyl: „Dass das solche Ausmaße annimmt, hätten wir nicht gedacht.“ Das könne bedeuten, dass RBH 2019 nur noch rund 430 Beschäftigte hat.

Bleyl befürchtet, dass der Mutterkonzern DB Schenker die Umstrukturierung künftig nutzt, um durch Personal- und damit Kostensenkungen die Gewinne zu optimieren. Das Unternehmen werde schlank gespart, sagte er. „Wir erwarten einen sozialverträglichen Abbau der Arbeitsplätze. Kommen solche Angebote nicht, sind wir kampfbereit“, betonte Bleyl zudem.

Wahrscheinlich bleibt nur ein schlank-geschrumpfter Logistik-Dienstleister übrig

Wahrscheinlich bleibt künftig von dem einst revierweit tätigen Zechenbahn- und Hafenbetrieben, die 1913 gegründet worden waren, nur ein schlank-geschrumpfter Logistik-Dienstleister mit lediglich gut 400 Beschäftigten übrig, der bundesweit tätig ist. Einst waren es in der Spitze 1600 Mitarbeiter.

RBH gehört seit 2005 zum DB-Schenker-Konzern, der das Unternehmen mehr und mehr in seine Logistik-Strukturen integrierte und damit anpasste. Insider sehen in dem Kauf nachträglich einen cleveren geschäftlichen Schachzug, da damit ein Konkurrent vom Markt verschwand und potente Kunden wie Kraftwerksbetreiber neu hinzugewonnen wurden. Gelitten habe vor allem die Belegschaft durch inzwischen mehrere Jobreduzierungen und das Standort in Schultendorf durch den jetzt anstehenden Rückbau. Gleisab- und Werkstattrückbau sind gewaltig und werden nicht nur das Unternehmen, sondern ganz Schultendorf im Erscheinungsbild verändern.

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