RBH Logistics baut 101 Jobs ab

Georg Meinert
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Die RBH Logistics GmbH, die früheren Bahn- und Hafenbetriebe, baut kräftig Personal ab: Bis Mitte nächsten Jahres werden 101 Mitarbeiter das Unternehmen mit Sitz an der Talstraße verlassen. Das bestätigte die RBH-Geschäftsführung auf WAZ-Anfrage.

Mittelfristig sollen über eine Altersteilzeitregelung weitere 141 Mitarbeiter ausscheiden. Derzeit zählt RBH noch 879 Beschäftigte und ist damit einer der größten Arbeitgeber in der Stadt.

Grund für den drastischen Personalabbau ist laut Dr. Gerhard Hartfeld, Vorsitzender der Geschäftsführung, der kurzfristige Verlust eines Auftrags über den Transport von 4 Mio t Importkohle vom neuen Jahr an, der überraschend an einen Mitbewerber gegangen ist. Das sei „sehr schmerzlich“ und zwinge das Unternehmen zu Anpassungen angesichts eines 2013 zu erwartenden Umsatzrückgangs von 30 bis 40 Mio € (2012 werden es noch 170 Mio € sein). Hartfeld: „Die Personalreduzierungen sind unheimlich hart, aber notwendig, damit das Unternehmen weiter bestehen kann.“

Von dem Stellenabbau sind alle Berufsgruppen einschließlich Verwaltung betroffen, so der kaufmännische Geschäftsführer Willem Visser. Am Sonntag fand eine Belegschaftsversammlung statt, auf der Einzelheiten des mit Betriebsrat und IGBCE bereits ausgehandelten Interessenausgleichs und Sozialplans erläutert wurden. Danach sollen die 101 betroffenen Mitarbeiter, die derzeit durch eine Sozialauswahl ermittelt werden, auf Stellen im Bahn-Konzern vermittelt werden, zu dem RBH über den Mutterkonzern DB Schenker Rail AG gehört.

„Die DB sucht und braucht Mitarbeiter.“ Der Sozialplan federe Härten beim Stellenwechsel ab, so Visser, etwa Entlohnungsunterschiede oder mögliche Umzugskosten. „Wobei aber alle möglichst regional was Neues finden sollen“, so Hartfeld, der betont, dass es nur notfalls betriebsbedingte Kündigungen geben soll. Die Belegschaft reagierte laut Unternehmensleitung angespannt und angstvoll, aber auch verantwortungsvoll auf die angekündigten Veränderungen.

Angesichts des auslaufenden Bergbaus bis 2018 werde RBH Logistics weitere Leistungen zurückfahren müssen, da auch angesichts der sinkenden Kohleverstromung kein Ausgleich durch den Transport von Importkohle zu finden sei. Zur zeit fährt RBH noch zu 75 % für den Bergbau. Auch auf anderen Geschäftsfeldern sei bei geringem Marktwachstum wenig Kompensation zu erwarten. Neben Kohle werden von RBH übrigens Mineralöl, chemische Produkte, Düngemittel und Holz transportiert.

„Da sind weitere Anpassungen abzusehen“, so die Geschäftsführer. Daher habe man sich mit dem Betriebsrat bereits auf eine Altersteilzeitregelung für die Jahrgänge 1957 und älter geeinigt, die in den nächsten sieben Jahren die Belegschaft weiter reduziert.