RB 43 rollt - ohne neuen Halt

Bleibt offenbar Gladbeck erhalten: Der RB 43 und auch der Bahnhof Ost mit seinem alten Bahnsteigt.
Bleibt offenbar Gladbeck erhalten: Der RB 43 und auch der Bahnhof Ost mit seinem alten Bahnsteigt.
Foto: WAZ

Gladbeck..  Himmelhochjauzend zu Tode betrübt – so reagierte der Stadtplanungsausschuss auf die neuesten Nachrichten in Sachen Bahnhof Ost: Freude bereitete die Nachricht, dass der RB 43 auf Dauer gesichert ist – bis 2028! Aber die Enttäuschung folgte auf dem Fuße: Eine Verlegung des Bahnhofs Ost ist dennoch nicht in Sicht.

Überbringer der Nachrichten waren Experten des VRR (Verkehrsverbund Rhein Ruhr), die in den Ausschuss eingeladen worden waren, nachdem die WAZ vergangenen Monat bereits gemeldet hatte, die Verlegung des Bahnhofs Ost Richtung Oberhof sei vom Tisch.

Die VRR-Leute bestätigten dies: Das Land habe zwar die Mittel für Betriebskosten – also auch für das Weiterführen von Linien – erhöht, aber gleichzeitig die Investitionsförderungen für Bahnhofsumbauten gekürzt. Daher sei man gezwungen, die gewünschten und anstehenden Maßnahmen zu priorisieren. „Und der Bahnhof Ost hat keine hohe Priorität“, sagten die VRR-Experten offen. Und sorgten für große Enttäuschung und Frust bei allen Fraktionen, nachdem sie gerade vorher noch hochentzückt waren über die überraschende und nicht erwartete Nachricht, dass der Bestand der Regionalbahn RB 43 erstmals auf Dauer gesichert sei. „Wenn der künftige Etat des VRR abgesegnet wird, und davon gehen wir noch bis Ende des Jahres aus, dann fährt der RB 43 ab 2015 für weitere 13 Jahre“, hieß es.

Die Experten lieferten sogar noch Details: Zwar wird es beim 60-Minuten-Takt wegen der Eingleisigkeit bleiben, aber es werden Dieselfahrzeuge mit 130 Sitzplätzen zum Einsatz kommen. Sehr wahrscheinlich neue Wagen, aber zumindest solche, die nicht älter sind als zehn Jahre und einem Redesign unterzogen sein werden.

Die Politiker trauten zunächst ihren Ohren nicht: bis 2028? Von Kehrtwende, von einem großen Schritt nach vorn, von der Realisierung eines alten Traums war zu hören. Nun könne auch der neue Bahnhof Ost kommen, da die Sicherstellung der Linie doch stets als Voraussetzung genannt war.

Doch mit der zweiten Neuigkeit, dass die Planung für einen neuen Haltepunkt hinten ansteht, war die Hochstimmung schnell verflogen. Wichtiges Kriterium seien die Ein- und Ausstiegszahlen, die seien beim RB 43 nicht prickelnd, so die VRR-Vertreter. Keinesfalls werde vor 2017 etwas geschehen.

Planungsamtsleiter Trappmann wollte am Ende nicht so pessimistisch sein. „Die letzte Bewertung ist sicher noch nicht gefallen“, sagte er. Der Bremsklotz, die Sicherstellung der Linie, sei nun immerhin weg. So einigte sich die Runde, „alle Kräfte zu bündeln“, dem Bahnhof Ost doch noch die nötige Priorität zu verschaffen.

 
 

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