Ratsparteien in Gladbeck drängen zu Tempo 50 auf B 224

Die B 224 in Höhe des Freibads in den frühen Abendstunden zur Winterzeit.
Die B 224 in Höhe des Freibads in den frühen Abendstunden zur Winterzeit.
Foto: WAZFotoPool
Nachdem die Gladbecker Bürger sich in einem Ratsbürgerentscheid gegen den A 52-Ausbau entschieden haben, drängen Grüne und SPD im Rat nun darauf, die Lärmbelastung auf der B224 zu senken. Jetzt stimmte der Finanzausschuss zu, dazu Geld im Haushalt 2014 einzustellen.

Gladbeck.. Tempo 50 auf der B 224: Das war eine der Gladbecker Forderungen im Katalog zur Verbesserung der Verkehrssituation auf der Bundesstraße, nachdem die Gladbecker Bürger den Ausbau zur Autobahn per Ratsbürgerentscheid abgelehnt hatten. Weniger Geschwindigkeit, so begründeten Grüne und SPD, die den Vorschlag gemeinsam 2012 in das Maßnahmenpaket eingebracht hatten, brächte auch weniger Lärm für die Anwohner.

Nun geht das Jahr 2013 bereits zu Ende, doch ist in der Hinsicht noch nichts passiert. Einfach selbst Schilder an einer Bundesstraße aufstellen darf die Stadt natürlich nicht. Sie müsste schon gute Gründe für eine Geschwindigkeitsreduzierung von derzeit 70 auf 50 nennen, hieß es im Haupt- und Finanzausschuss im Rahmen der Haushaltsberatungen. Gute Gründe, die könnte eben eine Begutachtung zur Lärmsituation bringen.

Kreis braucht gute Gründe

„Unser Ordnungsamt braucht Rechtssicherheit, wenn es das Land NRW verpflichtet, die Geschwindigkeit auf Tempo 50 zu reduzieren“, begründete Grünen-Sprecher Bernd Lehmann den gemeinsamen Antrag mit der SPD, in dem sie fordern, im Haushalt 2014 10.000 Euro für einen solchen Auftrag bereit zu stellen. Lehmann: „Wir wollen jetzt endlich bestandsverbessernde Maßnahmen an der B224 durchsetzen. Das Gutachten soll die Stadt dazu in der Lage versetzen.“ Der Ausschuss stimmte zu.

Den Vorschlag einer Schalluntersuchung hatte übrigens der Kreis selbst der Stadt Gladbeck gemacht. Die Kreisverwaltung hatte in einer Stellungnahme bereits im Juli 2012 deutlich gesagt, dass der Kreis als Aufsichtsbehörde die städtische Anordnung einer Geschwindigkeitsreduzierung auf ihre Rechtmäßigkeit überprüfen könne. Dabei wurde eingeräumt, dass das Ordnungsamt zum „Schutz der Bevölkerung vor Lärm“ Geschwindigkeitsbeschränkungen erlassen könne. Um den Nachweis zu erbringen, dass geringere Geschwindigkeiten auf der Bundesstraße auch zu weniger Lärm führen und somit der Eingriff „verhältnismäßig“ sei, empfahl der Kreis eine Schalluntersuchung.

Dies wird auch von der Bezirksregierung Münster unterstützt. Sie beurteilt in einem Schreiben vom 26. Juli 2012 das vom Kreis vorgeschlagene Vorgehen als „beanstandungsfrei“ und betont: „Weniger Tempo = Weniger Lärm“, der Lärmpegel steige bei Geschwindigkeiten über 50 km/h an. Weiter heißt es: Ab einer Lkw-Belastung von über 10 Prozent am Gesamtaufkommen werde der Lärm vom Lkw-Verkehr bestimmt. Laut einer Verkehrszählung aus dem Jahr 2010 beträgt der Lkw-Verkehr auf der B 224 10,8 Prozent

 

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