RAG: In Gladbeck keine PCB-Gefahr durch Grubenwasser

Die Schachtanlage Moltke 3/4 auf der Grenze zwischen Butendorf und Brauck in einer alten Ansicht.
Die Schachtanlage Moltke 3/4 auf der Grenze zwischen Butendorf und Brauck in einer alten Ansicht.
Foto: FUNKE Foto Services
Die Ruhrkohle pumpt an den ehemaligen Zechenstandorten in Gladbeck kein Grubenwasser ab. Außerdem schützt das Deckgebirge das Grundwasser, so die RAG.

Gladbeck..  Auch tief unter Gladbeck lagern in den lange verlassenen Strecken und Querschlägen der fünf stillgelegten Bergwerke ganz offensichtlich PCB-Rückstände. Gefahren für Trinkwasser, Nachbarn ehemaliger Zechenstandorte oder private Brunnenbauer bestehen laut Ruhrkohle AG (RAG) aber nicht.

Mit Sicherheit weiß es die RAG zwar nicht, aber man könne davon ausgehen, dass auch in den fünf bereits vor Jahrzehnten stillgelegten Gladbecker Zechen – wie in anderen Revier-Bergwerken – von Mitte der 50er Jahre an PCB-haltige Hydraulikflüssigkeiten im Untertage-Einsatz waren. Sie galten als schwer entflammbar – äußerst wichtig unter Tage.

Wieviel des auf 200 bis 300 Kilometer geschätzten, auf mehreren Sohlen verteilten Grubengebäudes in welchem Zustand noch existiert, lässt sich laut Beike nicht sagen. „Aber es werden sicher noch genügend Hohlräume, Klüfte, Spalten vorhanden sein, die Grubenwasser führen“, so der RAG-Sprecher.

Wie die Strecken, die nicht für die Ewigkeit gemacht worden seien, heute aussehen – keiner weiß es, denn sie wurden nach dem Ausrauben der zwischen 1963 und 1972 geschlossenen Zechen nie wieder inspiziert. Beike vermutet, dass einige der Hohlräume und Strecken abgesoffen sind, andere nicht, in wieder anderen fließt vielleicht ein Rinnsal – eine Belastung des Grubenwassers mit PCB sei wahrscheinlich.

Da es unter Tage ein Nordgefälle gebe, könnte Grubenwasser aus Gladbeck in andere untertägige Bereiche fließen, die miteinander verbunden sind und in denen abgepumpt und dort dann überprüft wird. „Fest steht allerdings“, so Beike, „dass in Gladbeck nicht gepumpt wird und somit auf diesem Weg in Gladbeck kein PCB an die Oberfläche geraten kann.“

Die Gewähr, dass es auf „normalen“ Wegen keine PCB-Austritte aus mehreren hundert Metern Tiefe in Gladbeck geben könne, sei das Deckgebirge, das über den Kohlen-Abbaugebieten (mehrere hundert Meter tief) liege. „Da kommt nichts durch.“ Auch die Trinkwasserhorizonte liegen mehrere hundert Meter höher, als dass sie mit dem belasteten Grubenwasser in Berührung kommen könnten. „Ganz zu schweigen vom normalen Grundwasser und von Gartenbrunnen, die dieses Wasser anzapfen“, so RAG-Mann Beike.

Gepumpt werde aus stillgelegten Bergwerken dort, wo es kein Deckgebirge gebe. Beike spricht von 14 dieser sogenannten Wasserhaltungsstandorte im Ruhrgebiet. Auch nach Auslaufen des Bergbaus 2018 werde weiter abgepumpt, so der RAG-Sprecher.

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