RAG baut weitere Zechenbahngleise in Gladbeck ab

Die Zechennahnlinie im Gladbecker Westen in Rentfort und  Ellinghorst  verschwindet.
Die Zechennahnlinie im Gladbecker Westen in Rentfort und Ellinghorst verschwindet.
Foto: WAZ FotoPool

Gladbeck..  Der Rückzug des 2018 auslaufenden Bergbaus setzt sich auch in Gladbeck weiter fort: Die Ruhrkohle AG (RAG) hat in den vergangenen Wochen eine weitere Zechenbahntrasse im Westen der Stadt stillgelegt. Das bestätigte das Unternehmen auf WAZ-Anfrage.

Die RAG gab zum Jahresanfang das Zechengleis in Schultendorf, Rentfort und Ellinghorst südlich der Europabrücke auf. Konkret ist das der Abschnitt zwischen Möllerstraße und Prosperstraße in Bottrop, der aus Wirtschaftlichkeitsgründen eingestellt wird, wie es heißt. Die Strecke ist rund 7,5 km lang, auf Gladbecker Gebiet knapp 3,5 km. Sie führt vom Gewerbegebiet Haldenstraße am Haarbach entlang nach Bottrop zum Tetraeder, aufs Gelände der noch aktiven Zeche Prosper und weiter zum Bottroper Hafen am Rhein-Herne-Kanal.

Der Zugverkehr ist bereits auf diesem Strecken-Teilstück eingestellt. Gleisanschlüsse zu Unternehmen gab es dort nicht mehr . „Wir haben niemanden abgebunden“, heißt es von der RAG. Die Fahrleitungsdrähte sind inzwischen abgebaut worden, in Höhe Möllerstraße sichert ein Prellbock die Strecke. Die Gleise sollen bis Jahresende von der Trasse abgebaut sein. Das gilt auch für die Bahnübergänge auf der Bottroper Straße/Höhe Ellinghorst und Möllerstraße/Ecke Haldenstraße, die überflüssig wurden.

Die Trasse führte einst von den Bergwerken Scholven und Zweckel im Norden über die Möllerschächte, die Zeche Rheinbaben und dem Bergwerk Prosper zum Verladehafen am Kanal in Bottrop. Zuletzt wurde die Strecke für Bergetransporte und die Anlieferung der großen Werke im Norden – Phenolchemie, Kraftwerk Scholven und BP genutzt. Der Nordstrang wird auch weiter genutzt, nur erfolgt die Anbindung ab Bahnhof West über das DB-Netz, das fast parallel zur stillgelegten Zechenbahntrasse liegt, wie die RAG erläuterte. Diesen Weg nutzen jetzt auch die Züge der Schultendorfer RBH Logistics (ehemals Bahn- und Hafenbetriebe). In Bottrop-Süd geht es wieder auf das alte Zechennetz.

In der Hauptlast wurden auf der Strecke Berge zur Mottbruchhalde transportiert, vereinzelt nur noch Kohle von Zeche Prosper zum Kraftwerk in Scholven.

Städtebaulich kann die Gleis-Stilllegung interessant sein für die Entwicklung des Areals rund um die alte Elisabeth-Kirche in Ellinghorst. Wie Insider anmerken, dürfte nun der Zugverkehr nicht mehr dem neuen Wohnquartier im Wege stehen. Bislang galten die Gleise als zu nah und die Züge zu störend.

Auch in Brauck schon Zechengleise stillgelegt

Erst im Dezember hatte die RAG bekannt gegeben, dass sie ihr Gleisnetz in Brauck aufgegeben hat. Die Streckentransporte entlang der Halde 22 über Hering- und Roßheidestraße.

Die restliche Schüttung der Mottbruchhalde in Brauck, die von dem Wegfall der Berge-Züge betroffen ist, solle durch Lkw-Transporte erfolgen, hieß es bei der Ruhrkohle.

 
 

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