Radwege für die Zukunft ausbauen

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Gladbeck.  Bald geht sie wieder los, die Fahrradsaison. Viele nutzen die Ostertage, um einen ersten Ausflug ins Grüne zu machen. Vera Bücker, Vorsitzende des ADFC-Gladbeck, gibt im Gespräch mit Jennifer Humpfle Tipps für einen guten Start auf dem Rad. Außerdem spricht sie über nachhaltige Planung in Gladbeck.

Wann startet beim ADFC die Fahrradsaison?

Viele fahren, sobald die ersten Sonnenstrahlen draußen sind. Wir starten offiziell im Mai, da ist das Wetter beständiger. Die Saison geht dann bis September/Oktober.

Wie häufig radelt die Gruppe?

Mindestens einmal pro Woche gibt es eine Radtour. Im Zeitraum des Stadtradelns wird es wieder mehr Touren geben.

Für alle, die es noch nicht kennen: Was ist das Stadtradeln?

Das Stadtradeln ist eine bundesweite Aktion aller Städte, die Mitglied im Klimabündnis sind. Gladbeck ist seit drei Jahren dabei. Ziel ist der Klimaschutz. In einem Zeitraum von drei Wochen gilt es, das Auto häufig stehen zu lassen und stattdessen mit dem Rad zu fahren. Jeder, der mitmachen möchte, trägt seine gefahrenen Kilometer im Internet ein.

Welche Projekte verfolgt der ADFC Gladbeck aktuell?

Wir haben letztens einen Fahrradkongress zum von der Stadt geplanten Radverkehrskonzept abgehalten. Daran waren auch Bürger beteiligt. Die dort gesammelten Ideen geben wir an die Stadt weiter.

Welche langfristigen Ziele versuchen Sie voranzutreiben?

Wir stellen höhere Ansprüche an die Radwege. Vor allem in Hinblick darauf, dass der Radverkehrsanteil bis 2030 auf durchschnittlich 25 Prozent steigen soll.

Sind denn die Radwege so schlecht?

Schlecht sind sie nicht. Aber wenn man diese Planung wirklich ernst nimmt, muss man davon ausgehen, dass die bestehenden Radwege zukünftig die doppelte bis dreifache Anzahl an Radfahrern fassen müssen. Da sind dann selbst unsere guten Rad- wege einfach zu eng.

Was fordern Sie von der Stadt?

Neue Planungen müssen zukunftsfähig sein. Es muss ja nicht gleich alles neu gemacht werden. Nur sollte man bei Neuerungen einiges bedenken. Wie beispielsweise die steigende Zahl an Pedelecs.

Gibt es etwas, das Sie im Moment stört?

Ja, einige Fahrradstraßen in der Innenstadt sind vor gut zwei Jahren erneuert worden. Aber leider fehlen bis heute die Piktogramme, die sie wieder als solche ausweisen. So übersehen viele Autofahrer, dass sie hier Rücksicht auf die Radfahrer nehmen müssen und maximal 30 kmh fahren dürfen.

Was raten Sie Radfahrern, die nach dem Winter wieder in die Pedale treten wollen?

Zunächst einmal ihr Fahrrad wieder verkehrssicher zu machen. Und dann sollte man nicht direkt mit Mammuttouren loslegen, sondern langsam wieder anfangen mit kleinen Alltagstouren zum Einkaufen beispielsweise. Das ist automatisch ein gutes Training.

Haben Sie einen schönen Ausflugstipp?

Zur Narzissenwiese am Schloss Herten sind es gut 15 Kilometer, und da ist es auch jetzt schon sehr schön. Die Strecke geht über Buer und Westerholt nach Herten. Wer nicht so weit möchte, kann auch in Westerholt enden. Da gibt es auch schöne Cafés zum Einkehren.