Radfahrer fühlen sich auf Straßen in Gladbeck nicht sicher

Markierte Radstreifen sind nicht besoders beliebt.
Markierte Radstreifen sind nicht besoders beliebt.
Foto: WAZ
Die „Schutzstreifen“ auf der Fahrbahn, die zunehmend separate Radwege ersetzen, haben immer noch wenige Freunde. Bei der WAZ-Umfrage zum Thema „Verkehr“ gab es viele kritische Stimmen. Der Grüne Ratsherr Bernd Lehmann allerdings sieht viele Vorteile.

Gladbeck.  „Bevor ich diese gefährlichen Radstreifen benutze, fahre ich lieber über die Buckelpisten auf den maroden alten Radwegen.“ Barbara Pollak ist auf dem Weg zur Arbeit fast täglich mit dem Rad auf der Postallee unterwegs – und mit ihren Vorbehalten gegen die „Schutzstreifen“ auf der Fahrbahn steht sie beileibe nicht allein. Bei der WAZ-Umfrage zum Thema „Verkehr in Gladbeck“ gab es jede Menge kritische Stimmen zu diesen auf die Fahrbahn gemalten Fahrradspuren, von denen es mittlerweile knapp neun Kilometer im Stadtgebiet gibt. Tendenz steigend.

Ein paar Beispiele dafür, wie WAZ-Leser die Schutzstreifen beurteilen: „Die überall auf die Fahrbahn gepinselten Streifen müssen verschwinden.“ „Richtige Radwege, nicht nur Striche auf der Fahrbahn.“ „Radwege von der Fahrbahn abteilen – Wahnsinn!“ „Radwege müssen sicher sein und nicht Teil einer Autostraße.“ „Radwege auf der Straße sind zu gefährlich. Man wird von Autos abgedrängt und sie rücken viel zu nah heran.“ Positive Stimmen? Fehlanzeige.

Auf und Ab an jeder Straßeneinmündung

Bernd Lehmann dagegen plädiert für die Schutzstreifen. Der 42-jährige Ratsherr der Grünen ist häufig mit dem Rad unterwegs. Er fühlt sich auf den markierten Radstreifen sicher: „Auf der Straße wird man als Radfahrer wahrgenommen, weil man im Blick der Autofahrer ist, auch derer, die aus den Nebenstraßen kommen.“ Zudem sei es deutlich komfortabler, auf den gut asphaltierten und im Winter vom Schnee geräumten Fahrbahnen zu radeln, ohne das Auf und Ab an jeder Straßeneinmündung und ohne Baumwurzeln. Und schließlich könne man auf dem ebenen und gleichmäßigen Belag deutlich flotter fahren.

Die Sorgen anderer Radfahrer wischt Bernd Lehmann allerdings auch nicht einfach vom Tisch: „Ich verstehe, dass sich manche Leute auf den markierten Radstreifen unsicher fühlen, weil die Autos dichter an ihnen vorbei fahren. Objektiv aber sind die Streifen sicher.“ Das bestätigt auch die Polizei. „Unfälle in diesem Zusammenhang sind bei uns kein Thema“, sagt Sprecherin Ramona Hörst.

Eine Frage des Geldes

Schutzstreifen lässt die Stadtverwaltung – wenn die Straßenbreite es zulässt – im Zuge von Fahrbahnsanierungen aufbringen und macht keinen Hehl daraus, dass das der angespannten Haushaltslage geschuldet ist. Markierungen sind eben preiswerter als Radwege zu reparieren oder gar neu zu bauen. Das weiß auch Bernd Lehrmann und räumt ein, dass ihm gut ausgebaute separate Radwege wie an der Schützen-/Sandstraße noch lieber sind als Schutzstreifen.

 
 

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