Preis für Roland und mobile Ideen

Mit Majestix-Helm: Bürgermeister Ulrich Roland erhielt am Samstag diesen Preis.
Mit Majestix-Helm: Bürgermeister Ulrich Roland erhielt am Samstag diesen Preis.
Foto: WAZ FotoPool

Gladbeck.  „Wir hier in der Metropole Ruhr brauchen keine neuen Straßen! Wir sind aber für den Erhalt des Bestehenden. Und für den Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs!“ Ex-NRW-Verkehrsminister Christoph Zöpel erhielt viel Applaus aus dem Plenum, als er bei der 5. Mobilität-Werk-Stadt in der Gesamtschule in seinem Impuls-Vortrag diese Sätze formulierte.

Prof. Zöpel sprach sich nochmals gegen neue Autobahnen und gegen einen A-52-Ausbau in der Region aus und appellierte an die Politiker in Bund und Land: „Nehmt das Geld, um das zu erhalten, was wir haben.“ Gerade die junge Generation lehne neue Autobahnen und großtechnische Straßenbaulösungen strikt ab, so Zöpel weiter, der einen konsequenten Mittel-Einsatz für eine Verbesserung des öffentlichen Nahverkehrs und für deutliche dichtere Taktzeiten in den Fahrplänen forderte.

Die 5. Mobilität-Werk-Stadt wurde am Samstag wieder zu einem Ideen-Forum vor allem mit Blick auf alternative Verkehrskonzepte: So knüpfte Martin Tönnes vom Regionalverband Ruhr (RVR) in seinen Ausführungen direkt an Zöpel an und wies darauf hin, dass der RVR bis 2016 einen Regionalplan zur Mobilität in der Region erstelle. Zwei Millionen Personenfahrten im ÖPNV seien im Ruhrgebiet pro Werktag zu verzeichnen. Doch immer noch gebe es mittelgroße Städte im Revier, die nicht an den schienengebundenen Nahverkehr angeknüpft seien, erläuterte Tönnes, der auf die Beispiele Bergkamen und Herten verwies. Auch das regionale Radwegenetz, bislang vor allem für Freizeitansprüche verwirklicht, sei stark verbesserungswürdig, um auch Berufspendler zum Umsteigen auf das Fahrrad zu bewegen. Der geplante Radschnellweg Ruhr parallel zur A-40-Trasse könne hier eine wichtige Initialzündung in der Region liefern.

Dass es der Landesregierung auf eine zeitgemäße Verkehrspolitik in NRW ankomme, machte Dr. Diana Hein vom Umweltministerium deutlich. „Umweltschutz ist Teil der Standortqualität“, formulierte die Fachfrau mit Blick auf Luftverschmutzung und Lärmbelästigung, ausgelöst durch die wachsenden Verkehrsbelastungen, gerade im Ruhrgebiet. Ein entsprechendes Aktionsprogramm NRW werde derzeit erarbeitet; es gelte vor allem auch den Zusammenhang zu erkennen zwischen der sozialen Lage der Menschen und den Umweltbelastungen, denen sie ausgesetzt seien. Ein Punkt, den auch Prof. Claudia Hornberg (Universität Bielefeld) aufgriff: „Sozial benachteiligte Wohnviertel leiden häufiger unter Umweltbelastungen. Je niedriger der Sozialstatus, desto höher die Belastung der Menschen.“

Auszeichnung und Lob für Roland

Kurze Impuls-Referate am Vormittag, Arbeitsgruppen zur Ideensammlung am Nachmittag - den ganzen Samstag über lief die 5. Mobilität-Werk-Stadt in der Gesamtschule, inklusive eines Marktes der mobilen Möglichkeiten. Zum Auftakt gab es eine besondere Ehrung: Bürgermeister Ulrich Roland erhielt von den Mobilität-Werk-Stadt-Machern einen Preis in Form eines Majestix-Helms. Der Gallier-Helm spielt auf eine Äußerung Rolands vor einigen Jahren an, als er formulierte, die Gladbecker ließen sich nicht einfach eine A-52-Planung aufzwingen und würden notfalls wie das kleine gallische Dorf von Asterix und Obelix Widerstand leisten. Nun gab es also einen Majestix-Helm für den Bürgermeister. Stephan Müller und Meike Maser-Plag lobten: „Sie haben die Initiative zum Ratsbürgerentscheid ergriffen. Und Sie haben das Ergebnis akzeptiert und stehen dazu.“

 
 

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