Planfeststellung beginnt im Sommer

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Gladbeck..  Der Bund will Mitte des Jahres 2011 mit dem Planfeststellungsverfahren für den Ausbau der B 224 zur A 52 auf Gladbecker Gebiet beginnen. Diese Ankündigung des Bundesverkehrsministeriums teilte die Verwaltung dem Haupt- und Finanzausschuss mit.

Die Stadt pocht aber weiter darauf, wie bereits im „Tunnel-Beschluss“ von 2009, dass vor Beginn des Planfeststellungsverfahrens zunächst Einigkeit mit Land und Bund über die Gladbecker Positionen erzielt wird. Das hat Bürgermeister Ulrich Roland bereits in einem Antwortbrief an den Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium, Enak Ferlemann, deutlich gemacht. Aus Gründen der Projekt-Akzeptanz in der Bevölkerung sei dies geboten, so Roland. Bei einem Vor-Ort-Termin in Gladbeck, den Ferlemann angeboten hat, soll dies weiter erörtert werden.

Ferlemann hatte in seinem Brief nicht nur das Planfeststellungsverfahren angekündigt, sondern ging auch erstmals auf eine Forderung aus Gladbeck ein: Die beiden A-52-Ausbaustücke - Kreuz Essen-Nord bis Kreuz Gladbeck und von dort bis Stadtgrenze Gelsenkirchen - seien nur gemeinsam zu realisieren. „Wegen der verkehrlichen und bautechnischen Abhängigkeiten der Teilabschnitte ist hier nur eine gemeinsame Realisierung verkehrlich und wirtschaftlich vertretbar“, heißt es wörtlich. Zumindest müsse Baurecht für den zweiten Bauabschnitt auf Gladbecker Gebiet bestehen, bevor im ersten Baustart sei.

Bislang war - falls das Projekt in Gladbeck nicht voran käme - auch immer ein Ausbau nur bis zur Stadtgrenze Gladbeck in Erwägung gezogen worden. Das Planfeststellungsverfahren für den 1. Ab-schnitt läuft immerhin seit De-zember 2008. Beim hier entbrannten Streit um die Nicht-Beteiligung Gladbecks daran (Roland: „Nicht hinnehmbar“) deutet sich eine Annäherung an. Zumal die Gutachter Lühder/Bischopnik vor dem Hauptausschuss die Position Gladbecks stärkten: Ein Ausbau bis zur Stadtgrenze hätte erhebliche Auswirkungen auf Gladbeck. Die Pkw-Zahl stiege täglich um 8000 bis 14 000. Die Nichtbeteiligung sei da-her rechtlich nicht haltbar. In-direkt räumte Ferlemann dies sogar schon in seinem Brief ein, da er von verkehrlich-bautechnischen Abhängigkeiten der A-52-Abschnitte sprach.

Roland zeigte sich vor dem Ausschuss zuversichtlich, dass die Gladbecker Forderungen beim Jahrhundertbauwerk be- rücksichtigt werden. „Eine Billigautobahn ist mit uns nicht zu machen“, bekräftigte er.

Gutachter Lühder betonte vor dem Hauptausschuss auch, dass die Kostenermittlung des Landesbetriebs Straßen.NRW für den von Gladbeck geforderten (Tunnel -)Unterführer im künftigen Kreuz A 2/A 52 statt eines Überführers (Brückenbauwerk) nicht bei 13 Mio € Mehrkosten, sondern nur bei 2 Mio € liege. Der Tunnel sei so sicherer zu begründen.

 

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